Austausch von 30 Jahre alten Anlagen verordnet

Alte Heizungen müssen in diesem Jahr raus

Landkreis Göttingen. Öl- und Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind, müssen seit Beginn dieses Jahres ausgetauscht werden.

Das schreibt die Neufassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) vor, die die Bundesregierung 2013 beschlossen hat und die im Mai 2014 in Kraft getreten ist. Das führe zu vielen Fragen vonseiten der Kunden, sagt Wolfgang Regenhardt, hiesiger Obermeister der Innung Sanitär, Heinzung, Klima.

Ob eine Heizung ausgetauscht werden muss oder nicht, darauf geben die Techniker, die die Heizung warten, Hinweise und auch die Schornsteinfeger. Hauseigentümer sind gut beraten, diese ernst zu nehmen, denn: Die EnEV sieht bei Verstößen eine Geldbuße von bis zu 50 000 Euro vor. Aber nicht jede alte Heizung muss automatisch ausgewechselt werden: Besitzer von selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern müssen die alten Kessel nur tauschen, wenn sie das Haus im Jahr 2002 oder später bezogen haben.

Wechselt ein Gebäude mit alter Heizung künftig den Besitzer, hat dieser nach der Übernahme zwei Jahre Zeit für den Austausch. Niedertemperatur-, Brennwertkessel und Anlagen, deren Nennleistung unter vier oder über 400 Kilowatt liegen, genießen ebenfalls Bestandsschutz.

Andererseits kann sich ein Austausch alter Anlagen für den Besitzer durchaus rechnen, so Obermeister Regenhardt: Die alten Brenner verbrauchten mehr Gas und Öl als moderne. Das falle vielleicht von Jahr zu Jahr nicht sehr auf, summiere sich aber über die Lebensdauer einer Anlage durchaus auf mehrere Tausend Euro. Er sehe „hier noch viel Potenzial, Energie zu sparen“. In Fachkreisen gehe man davon aus, dass 30 Prozent der Brenner das kritische Alter erreicht haben, da werde noch einiges auf die Handwerker zukommen.

Die Kontrolle der EnEV übernimmt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger, informiert Ulrich Lottmann, Pressesprecher des Landkreises Göttingen.

Für eine neue Heizung kann es Zuschüsse geben, informiert die Energieagentur Region Göttingen: Unterstützt wird eine Heizung mit effizienter Brennwerttechnik oder ein modernes Mini-Blockheizkraftwerk. Wer gleich auf erneuerbare Wärme setzen will, kann verschiedene Förderungen kombinieren. „Damit man weiß, welche Wärmequellen zum Haus und zur eigenen Situation passen, empfehlen wir immer zuerst eine Energieberatung“, so Aaron Fraeter von der Energieagentur. Die Agentur berät zu Fördermitteln unter 0551/ 37074980, nimmt Anträge für das Förderprogramm Altbausanierung des Landkreises entgegen und vermittelt Energieberatungen. (jce/tns)

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