Alte Löwenbrücke in Hann. Münden kommt weg

Die alte Löwenbrücke: Das Bauwerk wird abgerissen, ein Gutachten kommt zum Ergebnis, dass die Brücke nichts zum Hochwasserschutz beiträgt. Foto: Krischmann

Hann. Münden. Die alte Löwenbrücke in der Mündener Altstadt soll abgerissen werden. Ein Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass sie nichts zum Hochwasserschutz beiträgt.

Ein von der Verwaltung beauftragter Gutachter ist nämlich zum Ergebnis gekommen, dass das Bauwerk keinen Beitrag zum Hochwasserschutz leistet.

Hintergrund: Der Ausschuss hatte im Januar die Verwaltung gebeten, zu prüfen, ob die alte Löwenbrücke im Blick auf Schutz vor Hochwasser erhalten bleiben sollte. Stadtplaner Siegfried Pflum hatte den Aspekt Hochwasserschutz in die Diskussion gebracht.

Eine Kontroverse gab es in der Ausschussitzung um die Vergabe des Gutachtens. Dr. Joachim Atzert (SPD) warf Bürgermeister Harald Wegener vor, er habe eine Bitte des Rates ignoriert. Das Gremium habe in seiner jüngsten Sitzung die Bitte geäußert, erst die Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses abzuwarten. „Der Rat hat eine rote Ampel gesetzt“. Daran habe sich der Bürgermeister nicht gehalten. Atzert: „Das ist kein sorgsamer Umgang mit äußerst knappem Geld der Stadt.“

Der SPD-Politiker fand das Vorgehen noch aus einem anderen Grund kritikwürdig. Diplom-Ingenieur Christoph Streck, der für Entwurf, Ausführung und Statik der neuen Löwenbrücke verantwortlich zeichnete, habe öffentlich deutlich gemacht, dass die Hochwasserbilanz der neuen Brücke gegenüber der alten neutral ist. Streck sei daher zum Schluss gekommen, dass die alte Brücke überflüssig sei. Für ihn, so Atzert, klinge das logisch; er frage sich, warum die Verwaltung dann 5300 Euro ausgegeben habe für ein Gutachten.

Bürgermeister Harald Wegener erwiderte, Ingenieur Streck sei nicht fachkundig, um den Hochwasserschutz zu beurteilen. Nötig gewesen seien Fakten, um die Sache beurteilen zu können; diese habe nur ein hydraulisches Gutachten liefern können. Den Vorwurf, eine rote Ampel missachtet zu haben, wies Wegener zurück. Er werde auch künftig so verfahren.

Siegfried Pflum, Leiter Fachdienst Stadtplanung, hatte den Abgeordneten das Ergebnis des Gutachtens erläutert. So vorzugehen, sei richtig gewesen, so Pflum. Abriss oder nicht – diese Frage habe nur ein Experte für Wasserhydraulik beantworten können. Der Gutachter habe über den Auftrag hinaus wertvolle Erkenntnisse geliefert, etwa die, den vorbeugenden Hochwasserschutz anzupacken. Beispielsweise im Bereich des Stadtteils Blume. Atzert sagte zu den Erläuterungen von Siegfried Pflum, das Gutachten sei interessant; ihn störe das Verfahren. Dr. Franz Bitz (Bürgerforum) störte sich daran nicht, er verteidigte das Vorgehen. Ulrich Reichel (CDU) räumte ein, zu Beginn der Debatte, als er die Kosten von 5300 Euro gelesen habe, sei er verärgert gewesen. Nachdem, was er von Siegfried Pflum über das Gutachten gehört habe, sei der Ärger aber abgeflaut.

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