Optiker in Münden: Sonnenfinsternis nur mit intakter Schutzbrille

Hann. Münden. Pünktlich zum astronomischen Frühlingsbeginn wird sich am Freitag, 20. März, der Mond zum Teil vor die Sonne schieben und damit für kurze Zeit den Himmel verdunkeln.

Die Sonnenfinsternis ist ein Naturschauspiel, das viele sehen wollen.

Doch Optiker Gerhard Berndt warnt davor, Sonnenbrillen oder Schweißbrillen dafür zu verwenden. Wer das Spektakel am Himmel mitverfolgen möchte, sollte unbedingt eine zertifizierte Schutzbrille aufsetzen. Ansonsten drohe den Hobby-Himmelsguckern eine Schädigung der Netzhaut bis hin zur Erblindung.

„Früher, in meiner Kindheit, haben wir noch Glasscheiben mit Kerzen gerußt und uns diese bei einer Sonnenfinsternis vor die Augen gehalten“, erzählt Berndt. Doch von derartigen Experimenten, wie sie auch derzeit vielfältig im Internet kursieren, rät der Experte ab.

Schützen kann nur eine Brille, die zertifiziert ist, sprich den CE-Stempel aufweist. Diese Folienbrillen lassen maximal 0,001 Prozent Sonnenlicht durch, so dass für die Augen keine Gefahr besteht. Allerdings nur dann, wenn die Folie noch intakt ist. Bei den kleinsten Kratzern oder Macken sollte man lieber die Finger davon lassen.

Das bestätigt auch das bayrische Unternehmen Baader Planetarium, das neben weiteren Firmen die Spezialbrillen herstellt. Laut Tobias Mayr, der für Baader tätig ist, können auch die alten Brillen von der Sonnenfinsternis 1999 wiederverwendet werden, „so lange sie das CE-Zertifikat haben und nicht beschädigt sind. Bei Rissen, Kratzern oder der Abtrennung der Folie vom Papp-Gestell sollte die Brille auf keinen Fall für den Blick in die Sonne genutzt werden“. Auf einigen Schutzbrillen von der vorigen Sonnenfinsternis stehe zudem, dass sie nach zehn Jahren nicht mehr getragen werden dürfen, berichtet Berndt. Daran sollte man sich natürlich auch halten, so der Optiker.

Die Folgen für das Auge, wenn jemand mit unzureichendem Schutz einen Blick auf die Sonnenfinsternis riskiert, können verheerend sein. Eine Verbrennung der Netzhaut sei möglich. Die Verletzung werde aber nicht gleich wahrgenommen, da Schäden an der Netzhaut im ersten Moment keinen Schmerz verursachen und der Körper dadurch kein schützendes Warnsignal sende.

Dass jedoch viele Menschen nicht leichtfertig ihre Augengesundheit bei der Sonnenfinsternis aufs Spiel setzen, beweise Berndt der enorme Andrang auf die Schutzbrillen in den vergangenen Tagen. Als er vor einigen Wochen 800 Stück bestellte, dachte er noch, er würde auf der Ware sitzen bleiben. Mittlerweile sind alle Brillen verkauft, auch die 50 Stück, die er am Donnerstag noch zusätzlich geliefert bekommen hatte und die binnen einer halben Stunde über die Ladentheke gingen.

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