Bewerbung für Ideenwettbewerb

Ambulanter Hospizdienst „Alpha“ bietet Gespräche auf Friedhof Neumünden

Berater vom ambulanten Hospizdienst Alpha auf dem Friedhof Neumünden
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Berater vom ambulanten Hospizdienst Alpha laden mit der Trost- und Trauerbank auf dem Friedhof Neumünden zum Gespräch ein. Das Foto zeigt von links: Elisabeth Voß, Eva Maschinski und Manfred Churyza.

Unterstützung für einsame und trauernde Menschen bieten Berater des „Alpha ambulanten Hospizdiensts des evangelischen-lutherischen Kirchenkreis Münden“ auf dem Friedhof in Neumünden an.

Bis Oktober stehen ab sofort jeden Donnerstag zwei ausgebildete Begleiter an der Trost- und Trauerbank für Gespräche bereit. Bereits im November gab es dieses Angebot für eine Woche, „sozusagen ein Probelauf“, wie Koordinatorin Eva Maschinski berichtet. Die Trost- und Trauerbank soll vor allem in der Pandemie die Möglichkeit bieten, über Einsamkeit und Verlust zu sprechen, während beispielsweise Trauercafés coronabedingt ausfallen.

Acht Ehrenamtliche haben sich der Aufgabe angenommen. An jedem Donnerstag stehen jeweils eine Frau und ein Mann mit Alpha-Beraterausbildung von 16 bis 17.30 Uhr auf dem Friedhof Neumünden zur Verfügung. Sie sitzen an der Bank und laufen über das Gelände, um Kontakt aufzunehmen.

Gespräch mit Sterbe- und Trauerbegleitern

Zu ihnen gehören Elisabeth Voß und Manfred Churyza. Sie sind laut eigenen Angaben seit etwa eineinhalb Jahren als Sterbe- und Trauerbegleiter aktiv. „Die Gespräche bieten eine gewisse Anonymität“, sagt Elisabeth Voß. Manchmal falle es Menschen leichter, über den Verlust eines geliebten Menschen zu sprechen, wenn sie mit einem Fremden reden.

Andere seien auch mit neuen Aufgaben überfordert, wenn der Partner gestorben ist, der sich beispielsweise jahrelang um die Finanzen gekümmert hat, fügt Manfred Churyza hinzu. In diesem Fall können die Berater an die richtigen Ansprechpartner vermitteln. Aber in den Gesprächen muss es nicht gezwungenermaßen um bedrückende Gefühle und Lebensereignisse gehen, so Churyza. Auch ein lockeres Gespräch über die letzten Fußballergebnisse könne gegen die Einsamkeit helfen.

Mit dem Projekt hat sich der ambulante Hospizdienst beim aktuellen Ideenwettbewerb der Deutschen Hospiz- und Palliativstiftung „Hospiz- und Palliativarbeit in Zeiten der Covid-19-Pandemie“ beworben, sagt Eva Maschinski. Die Preisträger werden in Kürze bekannt gegeben.

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