Amtsgericht Hann Münden: Kraft geht, Matusche kommt

Stabwechsel: Dr. Thomas Matusche (links) hat von Dr. Wilfried Kraft (re.) das Amt des Direktors des Amtsgerichts Hann. Münden übernommen. Unser Bild zeigt sie mit ihren Gattinnen Barbara Matusche (li.) und Rita Kraft. Foto: Maaß

Hann. Münden. Mit einer Feierstunde im Welfenschloss wurde Dr. Thomas Matusche als neuer Amtsgerichtsdirektor in sein Amt eingeführt und Dr. Wilfried Kraft in den Ruhestand verabschiedet.

„Du warst mein Wunschkandidat.“ Mit diesen Worten übergab Dr. Wilfried Kraft (66), bis Ende Oktober Direktor des Amtsgerichts Hann. Münden, das Amt in die Hände von Dr. Thomas Matusche (49). Und wer Richter Kraft kennt, der weiß, wie viel Wertschätzung in solchen Worten liegt, die Kraft vor hochrangigen Vertretern der niedersächsischen Justiz währende der Feierstunde zur Amtseinführung von Thomas Matusche und zu seiner eigenen Verabschiedung seinem Nachfolger zugerufen hat.

Wilfried Kraft weiß das Gericht, das er mit Herzblut und kämpferischer Leidenschaft 15 Jahre lang geführt hat und an dem er noch länger Richter war, in guten Händen. Zugleich gab er Thomas Matusche aber auch mit auf den Weg, dass der Bestand eines kleinen Gerichts wie das in Hann. Münden keine Selbstverständlichkeit ist.

„Verteidige das Amtsgericht“, sagte Richter Kraft, verteidige es gegen außen, besonders auch gegen oben, sagte er mit Blick auf mögliche Zentralisierungstendenzen oder Versuche, Personal einzusparen.

Kraft wäre nicht Kraft, wenn er nach den vielen Worten das Dankes und des Respekts, die ihm in den Ansprachen entgegengebracht wurden, nicht selbst, an manche Auseinandersetzung und Meinungsverschiedenheit mit seinen Vorgesetzten erinnert hätte. Nun sagte er: „Es ist vorbei. Sie sind mich los“.

Zuvor hatte Wolfgang Scheibel, Präsident des Oberlandesgerichts Braunschweig, ihn ein Urgestein der niedersächsischen Justiz genannt, der keine Angst hat, Dinge beim Namen zu nennen.

Richter Matusche, für den die Verabschiedung seines Freundes Wilfried Kraft das Wichtigste in der gestrigen Feierstunde im Rittersaal des Welfenschlosses war, sieht im Mündener Amtsgericht eine Perle, die er weiter polieren werde, damit sie auch in Zukunft glänze. Nach seiner Zeit im Justizministerium in Hannover und seiner Station als Richter am Amtsgericht Northeim komme er jetzt beruflich bereichert wieder nach Hause, sagte er vor dem Hintergrund, dass er bereits von 2001 bis 2007 Richter in Hann. Münden war. Und darauf freue er sich.

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