Geldstrafe für Kirmes-Schläger

Amtsgericht Münden verurteilt 23-Jährigen wegen Körperverletzung

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Weil er mit Schlägen und Tritten einen Mann verletzt haben soll, wurde ein 23-Jähriger verurteilt. Bei dem Foto handelt es sich um ein Symbolbild.

Weil er einen 21-Jährigen bei einer Kirmes in Niemetal mit Schlägen und Tritten verletzt haben soll, musste sich jüngst ein 23-Jähriger vor dem Amtsgericht verantworten. 

Die Richterin verurteilte den Angeklagten aus dem Altkreis Münden wegen Körperverletzung zu 70 Tagessätzen à 30 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen 50 Tagessätze à 40 Euro gefordert. Trotz seines erheblichen Alkoholkonsums sei der Angeklagte nicht schuldunfähig.

Die Ursache für die Auseinandersetzung gegen drei Uhr nachts im vergangenen Oktober war laut des Angeklagten eine Aussage des späteren Opfers aus Hann. Münden, die er als Anspielung auf den ein halbes Jahr zuvor verstorbenen eigenen Vater verstand. Laut einem Zeugen hielt es sich bei dem Ausspruch „Jo, Vadder“ hingegen lediglich um einen Ausdruck innerhalb einer Freundesclique.

Angeklagter soll viel Alkohol getrunken haben

Streitpunkt der Verhandlung war, ob der Angeklagte wegen seines Alkoholkonsums schuldunfähig oder vermindert schuldfähig sein würde. Bereits vor der Kirmes soll der 23-Jährige laut Zeugenaussagen gemeinsam mit einem Freund eine Flasche Whiskey mit Cola und Bier getrunken haben. 

70 bis 80 Euro soll dann noch jeder für Mix-Getränke und Bier bei der Kirmes in Niemetal ausgegeben haben. Auf dem Heimweg hätte sich der Angeklagte auch übergeben müssen.

Auch die 21-jährige Ex-Freundin des Angeklagten bestätigte, dass der 23-Jährige bereits bei der Ankunft auf der Kirmes angetrunken gewesen sei. Während der Veranstaltung hätte der 23-Jährige erheblich geschwankt und hätte ständig ein neues Getränk haben wollen.

 Staatsanwältin sah keine alkoholbedingte Schuldunfähigkeit

Die Zeugin selbst verließ die Kirmes nach eigener Aussage gegen 1 Uhr, holte den Freund des Angeklagten und ihn selbst aber wieder gegen 5 Uhr ab. Von der Tat selbst habe sie erst Tage später etwas mitbekommen. Der Angeklagte habe ihr mitgeteilt, er könne sich nicht mehr an die Tat erinnern. Sie könne sich vorstellen, dass er es wirklich vergessen habe.

Die Staatsanwältin sah keine alkoholbedingte Schuldunfähigkeit des Angeklagten. Ohne konkreten Anlass habe der Mann das Opfer vorsätzlich verletzt, einfache Körperverletzung sah die Staatsanwältin als gegeben an.

Der Verteidiger hielt die von der Staatsanwaltschaft geforderten 2000 Euro Strafe für zu hoch und plädierte auf Freispruch – gleichzeitig stellte er einen Antrag auf eine Prüfung des Alkoholblutwertes durch einen Sachverständigen. 

Anzahl getrunkener Mix-Getränke sei unrealistisch

Nach Berechnung der Richterin habe der Angeklagte über drei Promille Alkohol im Blut gehabt während des Gelages von 19 Uhr bis 3 Uhr. Den Antrag auf Prüfung durch einen Sachverständigen lehnte die Richterin ab. Es gäbe medizinische Grundsätze und die vom Angeklagten genannten 50 getrunkenen Mix-Getränke Whisky-Cola seien unrealistisch. 

Die Vorsitzende wertete die Tat als einfache Körperverletzung. Der Angeklagte habe Glück gehabt, dass das Opfer nicht noch erheblich stärker geschädigt worden sei. Der 23-Jährige sei nicht schuldunfähig, aber vermindert schuldfähig.

Immerhin habe sich der Angeklagte beim Opfer entschuldigt, der Alkohol allein könne allerdings keine Entschuldigung für eine solche Tat sein.

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