Wähler wollen Kontakte reduzieren

Andrang auf Briefwahl im Landkreis Göttingen

Eine Hand wirft Briefumschläge in einen Briefkasten.
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Stimmabgabe auf dem Postweg: Wegen der Corona-Pandemie wird auch zur Bundestagswahl mit einer großen Zahl an Briefwählern gerechnet.

Von der Briefwahl wird im Altkreis Münden für die Kommunal- und die Bundestagswahl 2021 deutlich stärker Gebrauch gemacht als bei vorangegangenen Wahlen.

Das berichtet Jürgen Wiemer von der Mündener Stadtverwaltung. Bis Mittwoch waren allein für die Kommunalwahlen rund 2700 Anträge für die Briefwahl eingegangen. Bei vorherigen Wahlen seien es meist insgesamt 3000 Briefwähler gewesen. Für die Bundestagswahl lagen bis Mittwoch etwa 1300 Anträge vor.

Das sei außergewöhnlich viel, da die Wahlbenachrichtigungen erst in der vorangegangenen Woche an die Wähler verschickt worden seien. Für die Rats- und Bürgermeisterwahl seien in Hann. Münden 19 336 Menschen wahlberechtigt, für die Kreis- und Landratswahl 19 344 und für die Bundestagswahl 18 104. Durch Umzüge seien diese Zahlen aber noch variabel.

Zwar steige der Anteil der Briefwähler seit Jahren, auch, weil der Antrag auf Briefwahl nicht mehr begründet werden müsse, doch diesmal falle der Trend deutlicher aus. Die Corona-Pandemie sei einer der Gründe für den Anstieg, ist sich Wiemer sicher. „Viele Wähler wollen Kontakte reduzieren.“ Dazu komme, dass die Kommunalwahl mit einer Vielzahl an Listen komplex sei. „Bei der Briefwahl können sich die Wähler die Wahlvorschläge in Ruhe durchlesen und dann ihre Entscheidung treffen“, erklärt Jürgen Wiemer. „Wir gehen von etwa 50 Prozent Briefwähleranteil aus.“

Samtgemeinde Dransfeld: Knapp 8000 Wahlberechtigte

Mit einem deutlichen Anstieg bei der Briefwahl rechnet auch Gundela Schäfer, zuständig für den Bereich Wahlen in der Samtgemeinde Dransfeld. 662 Briefwahlanträge habe sie bis Mittwochmorgen für die Kommunalwahl bearbeitet. Das sei schon viel, liege aber noch im normalen Bereich. Sollte es aber bis zur Wahl so weitergehen, rechne sie damit, dass es doppelt so viele Briefwähler geben werde, wie bei der vergangenen Kommunalwahl. 7965 Menschen sind für den 12. September wahlberechtigt. Die Briefwahl für die Bundestagswahl laufe gerade erst an.

6600 Wähler in der Gemeinde Staufenberg

In Staufenberg gibt es 6686 Wahlberechtigte für die Kommunalwahl. Nach Angaben von Frank Hartmann, vom Staufenberger Wahlbüro, gab es bis Mittwochmorgen 917 Briefwahlanträge für die Kommunal- und 520 für die Bundestagswahl. Das sei der erwartete starke Andrang bei den Briefwählern, so Hartmann.

Von Ekkehard Maass und Thomas Schlenz

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