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Andreas Butz läuft 940 Kilometer durch Deutschland

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Von: Per Schröter

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In Laubach laufen Andreas Butz und Prof. Kuno Hottenrott neben Gisela Butz auf dem Fahrrad.
Bei ihrem Start in Laubach wurden „Marathonmann“ Andreas Butz (links) und seine Frau Gisela vom Sport- und Trainingswissenschaftler Prof. Kuno Hottenrott begleitet. © Per Schröter

Lauftrainer und Buchautor Andreas Butz läuft von Ost nach West durch Deutschland und legt dabei täglich mindestens eine Marathonstrecke hinter sich. Damit will er Spenden für seinen an ALS erkrankten Freund sammeln. Dabei kam er auch in Hann. Münden vorbei.

Hann. Münden/Kassel – Wenn jemand einen Marathon für den guten Zweck läuft, dann ist das schon bemerkenswert. Wenn jemand allerdings drei Wochen lang jeden Tag mindestens die Marathondistanz von 42,195 Kilometern zurücklegt, um so Deutschland auf 940 Kilometern Länge einmal vom östlichsten bis zum westlichsten Zipfel zu durchqueren, und Spenden für den Selbsthilfeverein eines Freundes zu sammeln, dann ist das etwas ganz Besonderes.

Andreas Butz heißt der Mann, der sich aktuell dieser Strapaze aussetzt und der am Sonntag als Ziel seiner zwölften Etappe Laubach erreichte, um am frühen Montagmorgen bereits wieder in Richtung Kassel aufzubrechen. „Mir geht es gut“, sagt der 56-Jährige, der gerade „eine fantastische Nacht“ im Flux-Biohotel im Werratal verbracht, dort ein „außergewöhnlich gutes“ Frühstück gegessen habe und vor seinem nächsten Lauf gerade vom bekannten Sport- und Trainingswissenschaftler Professor Kuno Hottenrott von der Universität Halle-Wittenberg gründlich durchgecheckt wird. „Am Anfang hatte ich nicht zuletzt wegen der hohen Temperaturen von über 30 Grad drei ganz schwierige Etappen, aber inzwischen haben sich die Beine an die tägliche Belastung gewöhnt“, sagt Butz.

Butz arbeitete früher in einer Bank, ist seit 21 Jahren jedoch hauptberuflich Lauftrainer und Buchautor und zählt als einer der führenden Laufexperten Deutschlands. Gestartet war der Euskirchener am 3. August in der Gemeinde Neißeaue in Sachsen. Am 24. August will Butz Venlo an der holländisch-deutschen Grenze erreichen. Während der gesamten Zeit wird er auf dem Rad von seiner Frau Gisela begleitet und teilt seine Erlebnisse in den sozialen Medien.

„Wir machen das für meinen Freund Bruno Schmidt oder genauer gesagt für dessen Selbsthilfeverein ALS – Alle Lieben Schmidt“, sagt Andreas Butz. Obwohl der frühere Rad-Leistungssportler bereits vor sieben Jahren an der tödlichen Nervenkrankheit ALS erkrankt sei, setze er sich nach wie vor unermüdlich für andere Betroffene ein und gebe mit seinem Verein wertvolle Hilfestellungen und finanzielle Zuwendungen. „Am letzten Tag der Laufreise werde ich Bruno im Rolli bis zum Ziel schieben“, freut sich Butz schon auf das Wiedersehen mit seinem Freund. Auch dieser Lauf werde eine Marathonetappe. „Ich freue mich sehr, dass wir schon jetzt 20 000 Euro für „ALS – Alle Lieben Schmidt“ gesammelt haben“, sagt er. „Und ich hoffe, es kommt bis zum Ende des Laufes noch einiges zusammen.“

Um für die Strapazen seiner außergewöhnlichen Aktion bestmöglich vorbereitet zu sein, ist er dieses Jahr bereits über 3600 Kilometer mit rund 50 000 Höhenmetern gelaufen – etwa das Doppelte seines üblichen Laufpensums im vergleichbaren Zeitraum. Die sportmedizinische Begleitung durch Prof. Kuno Hottenrott, die unter anderem eine kontinuierliche Glykosemessung und Aufzeichnung von Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität beinhaltet, soll dafür sorgen, dass Butz auch gesund sein Ziel erreicht.

„Besonders freut es mich immer, wenn mich Laufbegeisterte morgens ein paar Kilometer auf meinem Weg begleiten“, sagt der Euskirchener, der von der „genialen Landschaft hier in Südniedersachsen“ schwärmt. „Laufen ist für mich der kürzeste Weg zu allem, was Menschen glücklich macht“, sagt er. Nicht zuletzt deshalb will er so viele Menschen wie möglich zum Laufen bewegen.

Infos: Seine Erfahrungen über den aktuellen Deutschlandlauf sind in seinem Blog „Andreas läuft“ nachzulesen.

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