Angeklagter entgeht vorerst der Verhandlung

Hann. Münden. Eine Psychiaterin hat einen 40-jährigen Mündener am Montagmorgen kurz vor Beginn eines Gerichtsprozesses für verhandlungsunfähig erklärt.

Die Sitzung wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen den Mann ist daher vertagt worden. Der Verteidiger legte Richter Dr. Wilfried Kraft eingangs eine Bescheinigung vor, in der eine Psychiaterin ihren Mandanten für verhandlungsunfähig erklärt und eine sofortige stationäre Behandlung anordnet.

Kraft rief die behandelnde Ärztin an, die die Richtigkeit des Attests bestätigte. Wie der Amtsgerichtsdirektor schilderte, war sie überrascht, dass der Angeklagte vor Gericht erschien. Eigentlich sei abgesprochen gewesen, dass er umgehend in die Asklepios-Klinik in Göttingen eingeliefert werde. Sie habe sich „übers Ohr gehauen gefühlt“ und sagte im Gespräch: „Wenn er sich selbst in der Lage sieht, an der Verhandlung teilzunehmen, ist er nicht verhandlungsunfähig.“

Auf die Frage von Kraft hin, ob er sich im Stande fühle, den Prozess hinter sich zu bringen, fing der Angeklagte an zu weinen und antwortete nicht. Darauf hin beendete der Richter die Verhandlung und entließ die fünf geladenen Zeugen. „Ich bin überrascht, dass so kurzfristig ärztliche Bescheinigungen auf meinem Tisch liegen und auch verunsichert. Leider kann ich die Verhandlung aber aufgrund der Bescheinigung nicht führen.“

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