Verkehr

Anwohner an B 496 im Altkreis Münden fordern Kreisel und 30er-Zone

Fünf Personen stehen vor einer Kreuzung und halten sich die Ohren zu
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Sind unglücklich über Straßenlärm, Feinstaub und Erschütterungen an der Fuldabrückenstraße: Birgit Nolte-Schuster (von links), Günter Schuster, Brigitte Stühl, Burkhard Stühl und Christa Lotze.

Lärm, Dreck und Risse im Mauerwerk stören Anwohner an der Fuldabrückenstraße. Sie wollen, dass dort Tempo 30 eingeführt und ein Kreisel gebaut wird.

Hann. Münden – „Unser Anliegen als Bürger ist es, uns Gehör zu verschaffen“, sagt Birgit Nolte-Schuster, Anwohnerin an der Fuldabrückenstraße. Ihr Anliegen ist eine Tempo-30-Zone mindestens vom Feuerteich bis zur Pionierbrücke und ein Kreisel an der Brückenkreuzung. Dafür sammelt sie Unterschriften mit und von Anwohnern.

Die Vorschläge wollen sie gemeinsam dem Stadtentwicklungsausschuss vorlegen. Dabei unterstützen sie unter anderem Nolte-Schusters Ehemann Günter Schuster, Ehepaar Stühl und Hauseigentümerin Christa Lotze. Bisher hätten sie rund 25 bis 30 Gleichgesinnte gesammelt.

Es sei laut an der Straße, erklären die Anwohner, aber nicht nur Lärm störe sie. „Durch den ständigen Stop-and-go-Verkehr haben wir eine Feinstaubbelastung, die wir merken“, erklärt Burkhard Stühl. Lotze merkt an, dass der Verkehr Erschütterungen verursache, die zu Rissen im Mauerwerk der historischen Gebäude führten.

Verkehr an B 496 im Altkreis Münden: Hann. Münden ist Erholungsort

„Unsere Ideen sind fast das Mindeste“, so Nolte-Schuster, „weil Münden ein anerkannter Erholungsort ist“. „Wir stellen uns die Frage, ob das so überhaupt noch zutrifft“, ergänzt Günter Schuster.

Darauf gibt es eine klare Antwort, wie aus einer Erklärung der Stadt hervorgeht: „Hann. Münden ist Erholungsort. Es wird alle fünf Jahre überprüft, ob die Voraussetzungen erfüllt werden und es gab bisher keine Beanstandungen.“

Mehrere Voraussetzungen sind auch beim Wunsch nach einem Kreisverkehr entscheidend. Darauf habe die Stadt keinen Einfluss, weil es eine Bundesstraße sei.

Verkehr an B 496 im Altkreis Münden: Vorgaben sind nicht erfüllt

Dafür ist die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zuständig. Udo Othmer, Leiter des Geschäftsbereichs Bad Gandersheim, erklärt, dass bauliche Veränderungen – wie ein Kreisverkehr – nur dann erfolgen können, wenn beispielsweise ein Unfallschwerpunkt vorliegt oder „die Leistungsfähigkeit der Kreuzung nicht ausreichend ist.“ Dann könne der Bund einen solchen Bau finanzieren.

„Das Problem ist“, sagt Othmer, „dass viele Leute immer gerne etwas möchten, aber keiner will es bezahlen.“ Daher sei es für eine Finanzierung durch den Bund – also aus Steuergeld – notwendig, dass die Voraussetzungen erfüllt sind. Das sei in dem Bereich Fuldabrückenstraße/Pionierbrücke laut Bund aber nicht der Fall, erklärt Othmer.

Verkehr an B 496 im Altkreis Münden: Keine Grundlage für Tempo 30

Was die Einrichtung einer Tempo-30-Zone betrifft, sei wiederum die Stadt zuständig. Othmer erklärt aber, man sei „bei einer Bundesstraße natürlich bestrebt, dass man da so zügig wie möglich durchkommt.“ Das bestätigt Jörg Golde, Fachdienstleiter Sicherheit und Ordnung der Stadt Hann. Münden. „Bei der B 496 handelt es sich nicht nur um eine Bundes-, sondern auch um eine Durchgangsstraße und für diese sieht der Gesetzgeber vor, dass dort grundsätzlich 50 gefahren wird.“

Nur bei Gefährdungssituationen könne die Geschwindigkeit auf 30 reduziert werden. Auch hierfür gebe es Vorgaben, die der Bereich Fuldabrückenstraße/Pionierbrücke aber nicht erfülle. Daher sei es schlicht rechtlich nicht möglich. „Es gibt keine Gründe, die Geschwindigkeit dort zu reduzieren.“ Von Sarah Schnieder

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