Arbeiten am B 80-Steilhang liegen im Plan

Wie Bergsteiger im Hang: Ein Mitarbeiter der Spezialfirmen klettert hinauf zu seinen Kollegen, die mit einem riesigen Bohrer Löcher in den Fels bohren, um dort Anker zu setzen, an denen später die Sicherungsnetze befestigt werden. Foto: Krischmann

Hann. Münden. Obwohl Geröll nachrutschte gehen die Fachfirmen davon aus, mit den Hangsicherungsarbeiten oberhalb der Weserumschlagstelle in Hann. Münden wie geplant fertig zu werden.

Es war Glück im Unglück, sagt Michael Merle von den Kommunalen Diensten Münden, der für die Bauüberwachung am Steilhang der B 80 verantwortlich ist. Der Techniker spricht vom 11. Februar, als 50 Kubikmeter Geröll vom alten, gestörten Bereich des Hangs nach unten krachten. Eine halbe Stunde zuvor hatten Mitarbeiter der vier Spezialfirmen noch an der Stelle gestanden, an der sich Bundsandtein löste. Zum Glück sei alles glimpflich verlaufen, für Michael Merle bestätigt die Rutschung aber, wie notwendig die Vollsperrung der B 80 aus Sicherheitsgründen ist.

Der etwa 30 Meter breite, alte gestörte Bereich werde bis zum Schluss ausgespart. Dort vermesse der beauftragte Ingenieur die Statik neu; danach könne gesagt werden, wie viele Anker und an welchen Stellen diese gesetzt werden müssen. Die Experten der Firmen für Hang- und Felssicherung aus Süddeutschland, Thüringen und Nordrhein-Westfalen, die sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen haben, arbeiten sich nun von beiden Seiten des Hanges auf den gefährdeten Bereich zu, der dann als letztes an die Reihe kommen.

Um die neuen Sicherungsnetze, von denen jedes knapp vier Meter breit und etwa 30 Meter lang ist, anbringen zu können, bohren die Bauarbeiter an 350 Stellen drei bis vier Meter tief in den Fels. Auf einer Strecke von rund 300 Metern erhält der Hang neue Sicherungsnetze, die überlappend an den Ankern befestigt werden, und einen Fangzaun.

Was die Bauzeit angeht, so hätten die Mitarbeiter der Firmen erklärt, dass sie trotz der Störung durch die Rutschung die eingeplanten acht Wochen einhalten werden. Am 8. Februar hatten die Bauarbeiten begonnen, Mitte April sollen sie abgeschlossen sein.

Aus gegebenem Anlass bittet der Bereich Sicherheit und Ordnung der Stadt Autofahrer, die ausgeschilderten Umleitungsstrecken zu nutzen und nicht Privatwege kaputtzufahren. Das war im Bereich der Weserliedanlage der Fall, berichtet Jürgen Liebrecht vom Ordnungamt. Ein Fußweg sei von Unbekannten mit Autos befahren worden, dem habe man in Absprache mit dem Forst einen Riegel vorgeschoben. Zäune seien aufgestellt worden, die eine Durchfahrt verhindern. (kri)

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