Zwischen Münden und Laubach

Arbeiten an der Bahnlinie: Bäume müssen fallen, um nicht zu stürzen

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Beinahe senkrecht geht es hier bergab.  

Hann. Münden. Es wird aufwendig, und es wird zunächst schlimm aussehen: Der Fichtenwald zwischen Bahnlinie und Weiseweg, zwischen der Kernstadt Münden und Laubach wird gefällt – und zwar komplett. Statt der Fichten sollen künftig Eichen den Hang sichern.

Die Niedersächsischen Landesforsten nutzen eine Streckensperrung der Bahn zwischen dem 28. Juni und Anfang August, um an dem Steilhang arbeiten zu können.

Die Fichten dort seien 50 bis 60 Jahre alt und verlören allmählich ihre Standfestigkeit. Bisher habe man Glück gehabt, sagt Forstamtsleiter Thomas Schmidt-Langenhorst: Nur einzelne Bäume sind umgestürzt, und die waren nicht sehr mächtig. Aber der nächste größere Baum, der kippt, kann einen Domino-Effekt auslösen und an dem extrem steilen Hang weitere Bäume mitreißen, die am Ende alle auf den Gleisen landen.

Zwei Mal seien bereits Äste auf die Oberleitung der Bahnstrecke gefallen. Das bedeutet dann immer: Streckensperrung, um den Schaden zu beseitigen. Es gebe in dem Bereich außerdem Signalanlagen – würden diese getroffen, dann hätte das weiträumigere Ausfälle im Bahn-Netz zur Folge.

Die Landesforsten müssten also ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen, so Pressesprecher Michael Rudolph. Das könne man aber nur, wenn keine Züge fahren, alles andere wäre viel zu gefährlich. Das heißt: Die Landesforsten sind immer darauf angewiesen, dass die Bahn die Strecke sperrt. Zuletzt war so im Jahr 1966 an dem Hang gearbeitet worden. Damals hatte man die Fichten abgeholzt und wieder mit Fichte aufgeforstet. „Das machen wir heute so nicht mehr“, sagt Schmidt-Langenhorst. Denn dann hätte man in 50 Jahren dasselbe Problem wie heute. Um den Hang längerfristig zu sichern, werden stattdessen im Herbst Eichen gepflanzt. Die wachsen nicht nur langsamer, sondern stehen mit ihren tiefen Wurzeln auch sicherer. 

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