Rundgang von Studierenden

Architektur als laufender Prozess: Projekt der HAWK zur Rosenstraße in Hann. Münden

Am Projekt er HAWK beteiligt: Paul Nicklaus (von links), Dennis Szabo, Hanno Meenken und Lennart Wulf. Die Studierenden stehen mit dem Rücken zur Brandlücke in der Rosenstraße in Hann. Münden
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Am Projekt er HAWK beteiligt: Paul Nicklaus (von links), Dennis Szabo, Hanno Meenken und Lennart Wulf vor der Baulücke in der Rosenstraße.

Corona wirkt sich auch auf die Entwicklung von Städten aus. Das soll bei einem Projekt für die Bandlücke an der Rosenstraße in Hann. Münden der HAWK bedacht werden.

Hann. Münden – „Post-Corona-Stadt“, ein Begriff, der bei der Begehung der Baulücke in der Rosenstraße im Raum stand. Diese Lücke entstand bei einem Großbrand im November, der in Münden auch heute noch Gesprächsthema ist. In einem Projekt der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim wollen Studierende nun Konzepte für die Wunde in der Altstadt Mündens entwerfen .

Vor Kurzem suchten die Projektteilnehmer, darunter Prof. Dr. Ing. Birgit Franz, Professorin für Denkmalpflege und Bauwerkserhaltung, zusammen Vertretern der Stadt Münden die Rosenstraße auf. Und nicht nur dieser Teil des historischen Ensembles stand auf dem Plan, auch die restliche Innenstadt.

„Die Krise hat als Brandbeschleuniger für viele Umbrüche gedient“

„Die Leute sollen nicht denken, dass wir aus Hildesheim kommen und alles auf den Kopf stellen wollen“, sagt Professorin Franz. Es gehe darum, Konzepte zu finden und zu entwickeln. Und da kommt wieder der Begriff „Post-Corona-Stadt“ auf. Bürgermeister Harald Wegener bringt die Vokabel ins Spiel: „Die Frage ist, kommen die Kunden in die Stadt zurück, wenn die Krise rum ist?“ Wie kann sich eine kleinere Stadt auf den Wandel vorbereiten, welche Chancen gibt es für Gastronomie, Gewerbe und Tourismus? Alles Fragen, die auch in den Studienarbeiten bedacht werden sollen. „Die Krise hat als Brandbeschleuniger für viele Umbrüche gedient“, so Birgit Franz. Dem stimmten auch die Studierenden zu.

„Wir kommen aus einer Stadt, die das Fachwerk atmet“, sagt Masterstudent Dennis Szabo und meint damit Hildesheim. Er freue sich sehr, an dem Projekt mitarbeiten zu können. Durch den Spaziergang haben er und seine Mitstreiter Hanno Meenken, Paul Nicklaus und Lennart Wulf sich einen guten Eindruck von den örtlichen Begebenheiten machen können. Ansätze für ihre Arbeiten seien neue Formen des Arbeitens und Wohnens, wie zum Beispiel Coworking, Co-Housing oder Cluster-Wohnungen. Alles Ideen, die bereits in großen Städten existieren, aber auch auf Mittelzentren übertragbar seien, so die Beteiligten. „Wir blickten auf 70 Jahre Mündener Baugeschichte zurück“, sagte Friedhelm Meyer, städtischer Baudirektor im Ruhestand, der den Rundgang begleitet hat.

Stadt Münden unterstützt die Hochschule

„Wir wissen noch nicht, wie der Arbeitsprozess sich gestaltet“, sagt Professorin Franz. Architektur sei ein laufender Prozess, konkrete Projekte kristallisierten sich aus den Arbeiten. Wichtig sei, dass der Output laufend den Menschen vor Ort präsentiert werde. Wegener schlug vor, dass man in regelmäßigen öffentlichen Treffen, eventuell sogar an der Baulücke, die Bevölkerung unterrichten könne. Die Stadtverwaltung unterstütze das Projekt, bei dem neben Birgit Franz auch Prof. Dr.-Ing. Till Boettger und Herr Dr.-Ing. Georg Maybaum betreuen, mit „Manpower“, so Wegener bei der Begehung.

Neben dem Bürgermeister und Meyer waren Nicole Prediger, Leiterin des Bereichs Stadtentwicklung, Sabine Momm, Stadtdenkmalpflegerin und Burkhard Klapp, Stadtdenkmalpfleger im Ruhestand, bei dem Termin anwesend und führten die Studierendengruppe durch die Stadt. (Jens Döll)

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