Eine Route nach Würgassen führt über die Dreiflüssestadt

Landkreis Göttingen: Rollt bald Atommüll durch Hann. Münden?

Das ehemalige Atomkraftwerk Würgassen
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Das ehemalige Atomkraftwerk Würgassen: Auf dem Gelände ist ein Atommüll-Logistikzentrum geplant.

Vom geplanten Logistikzentrum Endlager Konrad für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Würgassen könnte künftig auch die Stadt Hann. Münden betroffen sein.

Hann. Münden – Die Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH (BGZ) hat auf Anfrage bestätigt, dass ein möglicher Weg für Transporte von schwach- und mittelradioaktivem Abfall auf der Straße durch die Dreiflüssestadt führe. Ziel sei es, das Gros der Transporte über die Schiene abzuwickeln. „Da jedoch nicht alle Zwischenlager über einen Gleisanschluss verfügen, sind auch Lkw-Transporte nicht zu vermeiden“, teilte ein Sprecher der BGZ mit.

Man gehe derzeit von insgesamt maximal 20 Lkw-Transporten pro Werktag (montags bis freitags) nach Würgassen bis zum Abschluss der erforderlichen Transporte aus. Davon seien zehn Lkw beladen, zehn führen leer zurück. Ein konkreter Zeitraum sei noch nicht absehbar. Zu den Abfällen zählten auch solche, die beim Betrieb, der Stilllegung und dem Rückbau von Atomkraftwerken im Süden der Republik anfielen.

Verkehrsstudie sieht nur leichte Erhöhung des Schwerlastaufkommens im Kreis Göttingen

Der Sprecher bestätigte, dass eine Route über die A7, auf der B80 an der Werra entlang, über die Weserbrücke, den Stadtteil Altmünden und Reinhardshagen bis Bad Karlshafen und Würgassen zu einer der Strecken gehöre, die genutzt werden könnte. Aus einer Verkehrsstudie, die die BGZ in Auftrag gegeben habe, ergebe sich, dass die Zahl der geplanten Lkw-Transporte zum Logistikzentrum das bisherige Schwerlastaufkommen an der Autobahnabfahrt Hedemünden nur marginal erhöhen werde.

Gleiches gelte für die weitere Strecke nach Würgassen. Als weitere mögliche Zufahrtswege nach Würgassen über die Straße werden in der von der BGZ beauftragten Verkehrsstudie die Ausfahrt Warburg von der A44, die Ausfahrt Nörten-Hardenberg von der A7, die Ausfahrt Laatzen von der A7 sowie die Ausfahrt Paderborn-Zentrum von der A33 genannt.

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Die „Bürgerinitiative Hannoversch Münden gegen den Ausbau des Flughafens Kassel-Calden und für Umwelt- und Naturschutz“ sieht das anders: „Wir denken, dass der Lkw-Verkehr erheblich zunehmen wird“, sagte Dr. Franz Bitz von der Bürgerinitiative. Die Lärmbelastung steige. Das Risiko von Unfällen dürfe nicht kleingeredet werden. „Wir fordern, dass Transporte über die Bahn abgewickelt werden“, sagte Dr. Bitz. (Thomas Schlenz)

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