1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hann. Münden
  4. Hann. Münden

Imker aus dem Mündener Raum: Kosten für Honigproduktion gestiegen

Erstellt:

Von: Hannah Köllen

Kommentare

Imker in vierter Generation: Imker Klaus Persch aus Immenhausen verkauft seinen Honig auch auf dem Mündener Wochenmarkt.
Imker in vierter Generation: Imker Klaus Persch aus Immenhausen verkauft seinen Honig auch auf dem Mündener Wochenmarkt. © Hannah Köllen

Auch an den Imkern gehen die Kostensteigerungen nicht vorbei. Sie müssen mehr für Gläser und Bienenfutter zahlen.

Hann. Münden – „Der von deutschen Imkern produzierte Honig deckt gerade mal ein Fünftel des gesamten Verbrauchs im Land ab“, sagt Klaus Persch. Der Imker aus Immenhausen kommt jede Woche mit seinen Produkten auf den Mündener Markt.

Persch hat viele verschiedene Honigsorten im Sortiment. „Die Frühlings-, Sommer- und Waldblüte sowie den Waldhonig produzieren wir selbst“, sagt Persch. Vor allem die Frühlings- und Sommerblüte seien seine Verkaufsschlager, „die meisten Kunden bevorzugen die Produkte aus der Region“. Darüber hinaus bietet Persch noch sieben überregionale Honigsorten an, beispielsweise aus dem Schwarzwald.

Bei seiner Honigproduktion muss Persch aktuell mit gestiegenen Kosten kalkulieren. „Vor allem das Bienenfutter ist teurer geworden“, sagt Persch. Bis vor Kurzem habe er für das Kilo des Futters auf Zuckerrübenbasis noch 0,90 Euro bezahlt. „Jetzt sind es 1,40 Euro pro Kilo“, sagt Persch.

Auch die Honiggläser seien teurer geworden, im Schnitt 0,15 Euro mehr pro Glas. „Das sind Pfandgläser. Aber da bekommt man bei weitem nicht alle von den Kunden zurück.“

Die Preise für seine Produkte habe er noch nicht erhöht. „Das geht nicht so einfach. Ich kann ja nicht plötzlich über zehn Euro für ein Glas Honig nehmen“, sagt Persch. Zumal die Kunden im letzten Vierteljahr sowieso zurückhaltender geworden seien mit ihren Einkäufen. Persch vermutet, dass das an der allgemeinen Verunsicherung wegen der aktuellen Lage liegt. Auch Klaus-Peter Sikora, Vorsitzender des Imkervereins Brackenberg, berichtet von gestiegenen Kosten. „Die höheren Preise für Gläser sind schon bitter. Vor allem, wenn man sie in kleinen Mengen kauft, ist es besonders teuer.“

Während er früher pro Glas 0,40 Euro bezahlt habe, seien es seit einem guten halben Jahr 0,55 Euro. Das größte Problem sei aber der Gläsermangel, „man bekommt einfach keine Gläser mehr“, sagt Sikora. Die Futterpreise seien in seinen Augen moderat angestiegen, „das tut nicht so weh“.

Neben Honig gibt es bei Imker Persch aus Immenhausen auch Gelée Royale, mit dem die Bienen ihre Königin aufziehen und der das Immunsystem stärkt. Persch verkauft außerdem Propolis, das antibakteriell wirkt sowie eiweißreiche Blütenpollen. In der Weihnachtszeit gibt es Bienenwachskerzen.

Mit dem Honig aus dem Supermarkt will Persch seine Produkte nicht vergleichen. „Beim industriell hergestellten Honig werden oftmals zwei verschiedene Sorten zusammengemischt, um eine gewünschte Farbe oder Konsistenz zu erhalten“, sagt Persch. Sein Honig sei hingegen sortenrein geerntet und verarbeitet.

Der Honig im Supermarkt komme häufig aus dem Ausland. „Das ist trotz der Transportkosten weitaus günstiger, als ihn hier in Deutschland herzustellen“, sagt Persch.

Grund dafür seien die wesentlich geringeren Personalkosten im Ausland.

Persch selbst ist seit mehr als 15 Jahren als Imker tätig. „Mein Uropa hatte schon Bienen, ich bin quasi mit der Imkerei aufgewachsen“, sagt Persch, der das Imkern bereits in der vierten Generation in seiner Familie fortführt. (Von Hannah Köllen)

Auch interessant

Kommentare