In Hann. Münden werden Nieren transplantiert

Auch um Göttingen und Münden fehlen Organspender

Hann. Münden/Göttingen. Die Zahl der Organspenden geht jährlich zurück, in 2017 wurde mit 797 Spenden ein Rekord-Tief verbucht. 

2016 waren es gerade einmal 60 Organe mehr gewesen. Demgegenüber stehen über 10 000 Menschen, die nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in 2016 auf ein Spenderorgan warteten.

Vor allem Nieren sind es, bei denen die Wartelisten in Europa lang sind: 10 476 Wartende waren es 2016, allein in Deutschland warteten 7598 Menschen auf eine Niere. Gerade einmal 1497 Nieren wurden aber im selben Jahr in Deutschland transplantiert.

In Hann. Münden warteten bis Ende 2016 512 Menschen darauf, im Nephrologischen Zentrum Niedersachsen (NZN) im Klinikum Hann. Münden eine Spenderniere zu erhalten. Eine Transplantation erfolgte laut offiziellen Tätigkeitsbericht 2016 in 66 Fällen. Im Vergleich zu 2009 mit 104 Transplantationen ein deutlicher Rückgang, im Vergleich zu den vergangenen vier Jahren allerdings nahm die Zahl wieder zu (2014: 62; 2015: 64).

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG), an der nur Herzen transplantiert werden, spricht dagegen von gleichbleibenden Zahlen: 2016 waren es, wie auch in den Jahren zuvor, fünf Transplantationen, berichten Dr. Peter Weithofer und Dr. Jan Liman vom Transplantationsteam der UMG.

Dass die Zahl der Organspenden zurückgeht, liege zum Teil an der Bereitschaft der Spender. „Die wenigsten Menschen haben einen Organspendeausweis oder haben sich klar zur Frage der Organspende mit den Angehörigen verständigt“, erklärt Weithofer. Das habe zur Folge, dass die Last der Entscheidung für oder wider eine Spende bei den Angehörigen liege, die beim Verlust eines geliebten Menschen häufig nicht entscheiden könnten – und eine Spende daher ablehnen.

Grundsätzlich sei die Haltung zu Organspenden im Großteil der Bevölkerung aber positiv, wie Umfragen zeigen, so Weithofer. 

Zustimmung muss vorliegen

Von einem verstorbenen Menschen können Niere, Leber, Herz, Lunge, die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und der Dünndarm entnommen und auf einen Empfänger übertragen werden. Nach dem Tod kann auch Gewebe wie Hornhaut und Knochen in einen anderen Menschen verpflanzt werden, informiert die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Zwei Voraussetzungen müssen aber laut Transplantationsgesetz erfüllt sein: Der Tod eines Spenders muss nach den Richtlinien der Bundesärztekammer eindeutig festgestellt worden sein. Und es muss eine Zustimmung vorliegen, zum Beispiel in Form eines Organspendeausweises. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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