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Aufforstaktion in Hann. Münden: 2000 Bäume für den Stadtwald

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Von: Petra Siebert

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Eine Pflanzanleitung und Informationen über den Stadtwald bekamen rund 60 Teilnehmer von Försterin Annika Meier (links im Bild) bei der Begrüßung zur Aufforstungsaktion.
Eine Pflanzanleitung und Informationen über den Stadtwald bekamen rund 60 Teilnehmer von Försterin Annika Meier (links im Bild) bei der Begrüßung zur Aufforstungsaktion. © Petra Siebert

Zahlreiche freiwillige Helfer machten bei der HNA-Pflanzaktion mit 2000 junge Bäume wurden im Stadtwald Hann. Münden eingeplfanzt. Das Wetter spielte nicht mit.

Hann. Münden – 60 Teilnehmer, darunter viele Familien mit Kindern, waren am Samstag dem Aufruf zu der HNA-Aufforstungsaktion im Mündener Stadtwald gefolgt. Sie haben 2000 junge Herznuss- und Bergahornbäumchen gesetzt und damit einem Teil des ein Hektar großen Waldstücks wieder Leben eingehaucht. Denn die Stürme und der Borkenkäfer haben diesen und vielen anderen Flächen im Stadtwald in den vergangenen Jahren großen Schaden zugefügt. Manche Flächen sind vollkommen kahl. Unternehmen aus der Region haben die Baumsetzlinge gesponsert.

Hann. Münden: 60 Teilnehmer bei Aufforstaktion

Annika Meier, stellvertretende Leiterin des Betriebes Stadtwald, hat die Aktion mit Unterstützung von Susanne Gohde, der Leiterin des Betriebes Stadtwald, organisiert, betreut und die Teilnehmer angeleitet. Besonders den Kindern hat es Freude bereitet, Bäume die mal einen Wald ausmachen, zu pflanzen. Dabei kamen die wildesten Geschichten zustande, was die Bäume alles erleben müssen, bis sie groß sind.

Nicht nur Stürme und Borkenkäfer, sondern auch die Gefahr von Riesenspinnen angefressen, von Schlangen verschlungen und vielleicht auch von Dinosauriern um getrampelt zu werden. Die Fantasie der Kinder war verblüffend. Einige Kinder malten sich auch aus, wie es sein wird, wenn sie in einigen Jahren die Früchte der Herznuss ernten können. Mit dabei auch der April, mit allem was er zu bieten hat. Von Regen- und Graupelschauern über Wind und Sturmböen bis hin zu dunklem Himmel und schönstem Sonnenschein, zeigte er was er drauf hat.

Große Fläche im Wald zerstört

800 Hektar Fläche im Mündener Stadtwald fiel in den vergangenen Jahren Stürmen, Dürre und Borkenkäfern zum Opfer. Ziel im Stadtwald ist es, diese Flächen möglichst schnell wieder aufzuforsten. Dies ist seit 2020 geschehen, denn immerhin sind 600 Hektar wieder bewaldet, mit 55 000 Pflanzen, die von Vereinen, heimischen und externen Unternehmen, Schulen und Privatpersonen gespendet wurden. „Wir haben die regulären Waldbaumarten wie Traubeneichen, Roteichen, Buchen, Lärchen, Douglasien, Weißtannen, Kirschen und Bergahorne, aber auch seltene Baumarten wie Esskastanie, Linde, Baumhasel und Stechpalme dabei“, sagt dazu Annika Meier. 

Doch die Teilnehmer hatten entsprechende Kleidung dabei, da war das Wetter kein Hindernis. „Ich bin positiv überrascht, dass trotz des nicht so schönen Wetters, so viele Interessierte gekommen sind, um zu unterstützen“, freute sich Annika Meier. „Das zeigt, dass den Menschen der Wald sehr wichtig ist“. Und dass es so ist, bewiesen sie alle. Die Eltern, die mit ihren Kindern gekommen waren, möchten in einigen Jahren wieder zum Waldstück gehen und ihren Kindern zeigen, wie schnell ihr Baum groß geworden ist.

Hann. Münden: das Wetter im April macht was es will

Einige Jugendliche wollen, dass Münden auch in vielen Jahren noch sehr waldreich ist. Eine Geocacher-Gruppe unter der Leitung von Mario Spangenberg war mit 20 Leuten zu der Pflanzaktion gekommen. „Da wir die Caches gerne im Wald und auch auf Bäumen verstecken, ist es uns ein Anliegen, dass wir bei solchen Aufforstungen mitmachen, um für Nachwuchs im Wald zu sorgen“, so der Geocacher aus Hann. Münden. In den nächsten Tagen wird das Waldstück von den Stadtwaldmitarbeitern mit weiteren Bergaahorn und Douglasien noch zu Ende aufgeforstet. Hinzu kommt die natürliche Verjüngung mit Lärchen, Birken und Fichten. „Wir möchten damit einen mosaikreichen Mischwald mit klimaresilienten Baumarten schaffen“, sagt dazu Susanne Gohde.

Bei der Auswahl der Bäume für die einzelnen Standorte muss darauf geachtet werden, dass die Pflanzen an zukünftig geänderte Klimabedingungen angepasst werden und mit einem möglichst geringen Risiko wachsen können. Auch welche Baumarten in Mischung miteinander gepflanzt werden sollen, ist zu beachten. Dazu alles noch unter Berücksichtigung der Naturverjüngung. Denn es ist nach Darstellung der beiden Försterinnen sinnvoll, Baumarten zu wählen, die sich wegen fehlender Mutterbäume nicht von Natur aus einfinden. Der Fokus wird dabei auf Mischwälder gelegt, in denen sich die durch den Klimawandel ergebenden Risiken auf eine größere Anzahl an Bäumen mit verschiedenen Eigenschaften verteilen. (Petra Siebert)

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