Ausstellung "Du bist Faust"

Mündener Skulpturen sind jetzt in Kunsthalle München zu bewundern

Eindrucksvoll präsentiert: Die Mündener Figurengruppe der Bildhauers Gustav Eberlein wird im Faustraum präsentiert. Daneben hängt das 200 mal 200 Zentimeter große Ölgemälde „Faustus“ von Damian Artur Sowada. Foto: Kunsthalle München, Michael Naumann/Tiefenpixel

Hann. Münden. Die Figurengruppe Faust und Mephisto aus dem Städtischen Museum Hann. Münden ist derzeit in der Kunsthalle München zu sehen.

Die Kunsthalle München sorgt in diesen Tagen mit ihrer Sonderausstellung „Du bist Faust“ für Furore. Und mittendrin in dieser Schau über Goethes Drama in der Kunst mit mehr als 150 Gemälden, Grafiken, Skulpturen, Fotografien, Vertonungen und Filmen ein Werk aus Hann. Münden: Gustav Eberleins (1847-1926) Figurengruppe Faust und Mephisto.

Entworfen hat sie der Mündener Bildhauer für den Sockel des Goethedenkmals, das Kaiser Wilhelm II. 1902 der Stadt Rom schenkte. Dies war auch der Grund, es in die Ausstellung aufzunehmen.

Unter anderem sei für die Schau die internationale Reichweite der künstlerischen Rezeption von Goethes Drama von Interesse gewesen, sagt Dr. Nerina Santorius, Kuratorin der Kunsthalle und Mit-Kuratorin der Ausstellung: „Dass der deutsche Bildhauer Eberlein ein Goethe-Denkmal entworfen hat, welches Kaiser Wilhelm II. der Stadt Rom geschenkt hat, zeugt davon, wie Goethes ,Faust‘ im Ausland die Kulturnation Deutschland repräsentiert. Wir haben den Denkmalentwurf in dem Kapitel ,Faust im Studierzimmer‘ platziert, wo auch der Teufelspakt thematisiert wird. Dort fügt sich die Faust-und-Mephisto-Gruppe sehr gut ein.“

Martina Krug, Leiterin des Städtischen Museums Hann. Münden, das die Skulpturengruppe nach München ausgeliehen hat, ist von der Inszenierung beeindruckt. Durch die Ausleuchtung wirke die Szenerie, wie Mephisto Faust „etwas Fieses“ einflüstert richtig lebendig.

Es ist die Szene, wie Faust sich auf Mephisto einlässt und ihm seine Seele verspricht – der Teufelspakt. Das Werk sei sehr prominent und eindrucksvoll platziert, sagt Krug, die die Ausstellung bereits besucht hat. Der Denkmalsentwurf aus hellem Gips stehe im deutlichen Kontrast zum schwarzgetönten Hintergrund des Ausstellungsraumes. Neben die Eberlein-Gruppe haben die Kuratoren das moderne Gemälde „Faustus“ (1989 - 92) von Damian Artur Sowada gehängt, das sonst im Albertinum in Dresden in der Galerie Neue Meister zu sehen ist. Die ringenden, verkrampften Hände können als Anspielung auf Fausts Verzweiflung verstanden werden.

Dass die Mündener Gruppe in München zu sehen ist, verdankt sie der Mit-Kuratorin Dr. Sophie Borges. Sie sei bereits im Kontext ihrer Dissertation über Gelehrtenporträts mit Eberleins Denkmal in Berührung gekommen. Bei der weiteren Recherche haben sie den Originalgips in Hann. Münden ausfindig gemacht, teilte die Kunsthalle mit.

Die Ausstellung: Die Schau „Du bist Faust. Goethes Drama in der Kunst“ ist bis zum 29. Juli in der Kunsthalle München, Theatinerstraße 8, zu sehen. Sie ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter 089/22 44 12, per E-Mail unter kontakt@kunsthalle-muc.de und auf der Internetseite www.kunsthalle-muc.de.

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