Autorin aus Kleinalmerode im Erzählcafé zu Gast

Autorin Christel Eiche liest: Dorfleben ohne rosa Brille

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Ein Stück Zeitgeschichte: Katharina Christel Eiche list im Erzählcafé in Hann. Münden aus ihrem Roman „Zigeunermensch“.

„Zigeunermensch“ heißt das Buch von Christel Eiche, das sie unter dem Pseudonym Katharina Christel – ihre beiden Vornamen – veröffentlicht hat.

Die Autorin, die aus Haina (Landkreis Waldeck-Frankenberg) stammt und jetzt in Kleinalmerode lebt, ist damit am Mittwoch, 27. Februar, beim Erzählcafé im Gemeindehaus, Am Feuerteich 17 a, in Hann. Münden zu Gast. Die Lesung beginnt um 15.30 Uhr, die Teilnahme ist kostenlos. Veranstalter sind die Evangelisch-lutherische Stadtkirchengemeinde und das Lesenetzwerk im Mündener Kulturring.

Die Autorin erzählt in dem Roman die Geschichte von Martha, die mit ihren schwarzen Locken und dem dunklen Teint anders aussieht als die anderen Bewohner des erfundenen Dörfchens Goldbach, das überall in Deutschland existieren könne, auch wenn Christel Eiche es an den Rand des Kellerwaldes verlegt hat. Handlung und Personen seien ebenfalls erdacht, allerdings habe sie sich von einer wahren Geschichte inspirieren lassen.

1938 beginnen mit dem neuen Lehrer im Dorf für Martha Diskriminierung, Schikane und Gewalt. „Zigeunermensch“ nennt er das Mädchen, ein Schimpfwort, wie es aus nationalsozialistischer Sicht kaum schlimmer sein kann. Ausgrenzung und Armut, in die auch das deutsche Wirtschaftswunder keine Hoffnung bringt, das harte Leben alleinstehender Frauen in jener Zeit werden geschildert.

„Der Roman erzählt von den Alltäglichkeiten, vom Leben, das sich darin spiegelt – ein Stück Sozialgeschichte. Auch der Dialekt gehört dazu. Die beschriebenen Charaktere sind bis heute in den Dörfern anzutreffen. Manchem Leser werden sie durchaus bekannt vorkommen und Erinnerungen wecken“, beschreibt es Katharina Christel Eiche, so ihr vollständiger Name, auf ihrer Webseite. „Frauenleben auf dem Dorf nach dem Krieg“ lautet der Untertitel des Buches, und so zeichnet die Autorin die Lebensgeschichte Marthas, die immer Außenseiterin bleibt, bis in die 1980er- Jahre weiter.  

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