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Azubis zur Sozialassistenz der Berufsbildenden Schulen Münden trotzen Corona

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Kreativ arbeiten: Matthias Kommisin, Carolina Satvaldinov und Anja Liebich aus Klasse eins der Sozialassistenz erproben unter Anleitung von Kerstin Schneider (Teamleiterin Sozialassistenz) auch verschiedene Angebote in der Schule, wie beim Encaustic painting, einer kreativen Maltechnik.
Kreativ arbeiten: Matthias Kommisin, Carolina Satvaldinov und Anja Liebich aus Klasse eins der Sozialassistenz erproben unter Anleitung von Kerstin Schneider (Teamleiterin Sozialassistenz) auch verschiedene Angebote in der Schule, wie beim Encaustic painting, einer kreativen Maltechnik. © Petra Siebert

An den Berufsbildenden Schulen in Münden kann die Ausbildung zur Sozialassistenz absolviert werden. Derzeit stehen dort die ersten praktischen Abschlussprüfungen an.

Hann. Münden – „Wir sind angetan, wie positiv sich unsere Schülerinnen und Schüler trotz coronabedingter Erschwernisse während der zweijährigen Ausbildungszeit entwickelt haben“, stellten Martina Arnemann und Kerstin Schneider, die betreuenden Lehrkräfte in der Berufsfachschule Sozialassistenz der Berufsbildenden Schulen (BBS) Münden, fest.

Aktuell stehen die ersten praktischen Abschlussprüfungen an. Die drei schriftlichen Prüfungsarbeiten sind bereits geschafft. „In den abschließenden praktischen Sichtstunden wird noch einmal ganz deutlich, was die angehenden Sozialassistenten in ihren Einrichtungen an Sozial- und Fachkompetenz gelernt haben“, so Kerstin Schneider. „Bei der Planung und Ausgestaltung der Prüfungsaufgabe können die Absolventen oftmals ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Die Abwicklung muss jedoch immer klienten- und situationsbezogen begründet sein“, ergänzt Martina Arnemann.

Motorische Aufwärmübungen und danach ein selbst erstelltes Memory

Fabian Reckling absolviert seine Praxisausbildung in der AWO-Tagespflege für Senioren in Hann. Münden. Er hat Freude daran, sich mit den Senioren zu beschäftigen. Einer der Tage beginnt für die Besucher der Einrichtung mit einer motorischen Aufwärmübung, danach werden die Gäste mit einem von ihm selbst erstellten Memory angeleitet. „Die Ideen für die Memory-Motive haben sich aus den Gesprächen mit den Besuchern ergeben“, berichtet er. So finde man neben Fotos aus der Jugendzeit von früher auch viele Abbildungen mit Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen aus Hann. Münden, zu denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer rege austauschen können.

Eine Besucherin erkennt sofort die Hann. Mündener Freilichtbühne. „Hier fand die Taufe meines Urenkels statt und wir durften in der ersten Reihe sitzen“, berichtet sie stolz. Auch die Erinnerungen zum Petticoat Kleid, das man sich mit der Schwester teilen musste und der Familienbadetag in der Zinkwanne wurden lebendig kommentiert.

Fabian Reckling kommt bei den Besuchern mit seiner empathischen Art gut an, die Ausführung dieser Maßnahme bereitet ihm viel Freude. „Es geht hier nicht um das Gewinnen, sondern in erster Linie um biografische Erinnerungsarbeit. Die gute Vorbereitung dazu hat sich gelohnt“, bemerkt er.

Auch Niklas Gerke leistet seine Praxisausbildung in einer Tagespflegestätte ab. Sein Angebot in der ASB Tagespflege in Hann. Münden liegt im Bereich Bewegungsförderung. Dies nimmt er mit den Gästen im Sitzkreis anhand einer Bewegungsscheibe, auf der verschiedene Karten mit Bewegungsimpulsen liegen, vor.

Azubi wird nach seinem Abschluss bei der Tagespflege fehlen

Ein Reisbeutel wurde reihum auf die Scheibe geworfen und die entsprechenden Bewegungsübungen werden dazu von Niklas anschaulich angeleitet. „Einmal alle Beine hoch und jetzt wandern wir alle zur Tillyschanze“, motiviert er die Teilnehmer. Eine kleine Verschnaufpause mit Getränken gehört auch immer mit dazu. Neben all den Übungen kommen die Gäste der Tagespflege in nette Gespräche, aber ein Thema beschäftigt die Anwesenden am meisten. Niklas wird nach seinem Abschluss zum Sozialassistenten noch eine weitere Ausbildung beginnen und es wird deutlich, dass er in der Tagespflege dann ganz mächtig vermisst wird. (Petra Siebert)

Verschiedene Ausbildungseinrichtungen 

Weitere Einrichtungen, in denen die Sozialassistenten ihre praktische Ausbildung neben dem schulischen Teil vornehmen, sind unter anderem Förderschulen, Werkstätten oder Wohnheime für Menschen mit Behinderung sowie Krippen und Kindertagesstätten.„Der überwiegende Teil der Absolventen arbeitet in Kitas“, erzählt Kerstin Schneider, Teamleitung der Sozialassistenz. „Hier lernen die jungen Menschen, auf die verschiedenen Entwicklungsbereiche der Kinder einzugehen und sie zu fördern. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo und es gehört viel Beobachtungsgabe dazu, die Kinder in ihren Fähigkeiten richtig einzuschätzen“, fasst sie die pädagogischen Aufgaben zusammen.

Auch in den Kitas werden die Auszubildenden in eine Vielzahl von Arbeitsabläufen und Angeboten eingebunden. Neben Kreativangeboten sind dies auch besondere Aktionen zum Experimentieren, Arbeiten im Werkstattbereich, Rollenspielübungen, Wandertage und Ausflüge.

Nach der Ausbildung zur Sozialassistentin/zum Sozialassistenten (Voraussetzung Realschulabschluss) trennen sich meist die Wege der Schüler. Einige starten in das Berufsleben, viele beginnen aber an weiterführenden Fachschulen eine Erzieherausbildung oder wählen den Weg über die Klasse zwölf der Fachoberschule zur Fachhochschulreife, um ein Studium aufzunehmen. (zpy)

Weitere Informationen unter bbs-muenden.de 

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