Bäume gefällt, Biotope geschaffen

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Letzte Arbeiten am Hang: Die Forstwirte Marco Hepe, Francesco Pascazio und Kevin Börries. 

Hann.Münden/Scheden. An der B 3 im Schedetal wurden bis unmittelbar vor Weihnachten Bäume gefällt. Über das Wie und Warum sprachen wir mit Förster Marco Brandau und den Forstwirten Marco Hepe, Francesco Pascazio, Kevin Börries und Forstunternehmer Thomas Schulze.

Warum wurden die Bäume gefällt? 

Aus Gründen der Verkehrssicherheit. Auf einer Länge von 1,6 Kilometern wurde der Waldrand um eine Baumlänge zurückgestutzt, damit kein Baum mit der Krone auf die Fahrbahn fallen kann. Das ist notwendig, weil bei jedem Sturm das Problem besteht, dass ein Baum angeschoben wird und die Gefahr besteht, dass er den Hang hinunter auf die Straße rutscht.

Jetzt haben die Autofahrer erstmal Ruhe? 

Ja, und das für die nächsten Jahrzehnte. Zur Straße hin halten wir einen Streifen frei, auf dem Jungholz angepflanzt wird. Durch diesen stufenweisen Aufbau des Waldes sind die Bäume besser gegen Sturm geschützt.

Warum haben Sie die Bäume zu Hackschnitzeln zerkleinert? 

Die Hackschnitzel rieseln: Über ein Förderband kommt das Kleinholz auf die Ladefläche des Lkw.

Wir haben nicht alle Bäume zu Hackschnitzeln zerkleinert, sondern nur diejenigen, die faul waren. Es waren viele Stämme faul, auch wenn man es ihnen auf den ersten Blick nicht ansieht. Das wertvolle Buchenstammholz haben wir mit dem Rückezug herausgezogen. Das Zerkleinern der anderen Stämme war nötig, da wir sonst bei fließendem Verkehr das Holz nicht aus den Hängen wegbekommen hätten.

Was geschieht mit den Stämmen? 

Das Buchenstammholz haben wir mit Lkw zum Nasslagerplatz bei Laubach gebracht. Das Holz wird zum Verkauf angeboten.

Und wohin gingen die Holzhackschnitzel? 

Sie wurden mit Lkw weggebracht zur energetischen Verwertung.

Ging es bei den Arbeiten allein um die Verkehrssicherung? 

In erster Linie um Verkehrssicherheit, aber es ergaben sich weitere positive Effekte.

Können Sie Beispiele nennen? 

So haben wir beispielsweise einen alten Steinbruch oberhalb der B 3 freigeschnitten. Dort können sich wieder Waldvögel ansiedeln, etwa der Uhu. Darüberhinaus ist das Totholz, das liegen bleibt, ideal für Insekten und andere Kleinlebewesen.

Bleiben die dickeren und dünneren Stämme, die an den Hängen liegen, dort? 

Ja. Sie geben dem Hang Halt vor Erosion und schützen vor Steinschlag. Außerdem ist Brennholz begehrt. Die Stuken haben wir auch stehen lassen, auch sie schützen die Bundesstraße vor Steinschlag.

Was sind die nächsten Vorhaben? 

2016/2017 kommen die Waldränder entlang der Straße von Hermannshagen nach Wiershausen sowie entlang der Bahnstrecke von Hann. Münden nach Hedemünden an die Reihe.

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