Im Altkreis keine Strafzinsen geplant

Banken vor Ort: Strafzinsen sind tabu

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Bringt keine Zinsen: Das Sparbuch ist als Geldanlage für Sparer uninteressant geworden. Geld in Fonds und Aktien anzulegen bringt mehr Gewinn, aber auch mehr Risiko. 

Hann.Münden/Dransfeld/Göttingen. Die im Altkreis Münden ansässigen Banken und die Sparkasse Münden planen derzeit nicht, von Kunden Strafzinsen zu erheben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der HNA in den Kreditinstituten.

Strafzins bedeutet, der Sparer müsste noch dafür zahlen, dass er Geld bei seiner Bank oder Sparkasse anlegt.

Wie berichtet, hat die Volksbank Reutlingen (Baden-Württemberg) in ihrem Preisaushang Verbrauchern, die bei ihr Geld anlegen wollen, einen Strafzins angekündigt. Und war von 0,5 Prozent auf Guthaben auf dem Girokonto und ab 10 000 Euro auch auf dem Tagesgeldkonto. Das Kreditinstitut hat die Ankündigung aber noch nicht wahr gemacht, sondern die Bank erklärte, diese sei nur vorbeugend für den Fall, dass ein Neukunde eine Million Euro anlegen wolle.

Hintergrund für die Ankündigung der Volksbank Reutlingen ist natürlich auch, dass die Banken und Sparkassen in Deutschland ihrerseits 0,4 Prozent Strafzinsen an die Notenbank zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Durch die Zinsflaute, Ergebnis der Politik der EZB, gehen den Kreditinstituten Erträge verloren.

Der Vorstand der Sparkasse Münden habe nicht die Absicht, von Kunden Strafzinsen zu nehmen, sagt Vorstandsvorsitzender Thomas Scheffler. Allerdings könne er das Erheben von Negativzinsen nicht ausschließen, sollte es in der Zukunft „gravierende Marktverwerfungen“ geben.

Keine Pläne, Strafzinsen einzuführen, gibt es auch bei der Commerzbank, erklärt Hans-Peter Rudolph, Pressesprecher der Commerzbank für Bayern und Baden-Württemberg. Das Kreditinstitut ist in Münden mit einer Filiale vertreten.

Auch bei den beiden im Altkreis vertretenen Genossenschaftsbanken sind Strafzinsen zurzeit kein Thema. Das machten Peter Koch, Leiter Privatkundenbank bei der VR-Bank in Südniedersachsen, sowie Peter Mühlhaus, Marketingleiter bei der Volksbank Göttingen, deutlich. Beide wiesen aber auch auf die Probleme hin, die das niedrige Zinsniveau bereitet.

„Für das Sparbuch gibt es keine Zinsen“, so Peter Mühlhaus. Sein Geld in Fonds und Aktien anzulegen bringe mehr Gewinn, sei allerdings auch mit höherem Risiko verbunden.

Patentrezepte für die Geldanlage gebe es nicht, sagt Peter Koch von der VR-Bank. Ein Kunde, der zu ihnen komme, werde gefragt, wie er sein Geld anlegen wolle und über die Risiken aufgeklärt. Tagesgeldkonto und Sparbriefe brächten keine Zinsen, so Koch, sinnvoller sei es, sein Geld breit anzulegen, also in Immobilien, Mischfonds und Aktienfonds zu investieren. 

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