Sicherungsarbeiten kosten 10000 Euro

Bauarbeiten in Hann. Münden: Turm in weißem Gewand

Ein weißer Überzug schmückt jetzt den Ziegelpfortenturm in Hann. Münden. Grund dafür sind Sicherungsarbeiten, die dringend nötig waren.

Hann. Münden – Einen gewöhnungsbedürftigen Anblick bietet seit Sonntag der Ziegelpfortenturm. Denn er hat im obersten Bereich ein weißes Gewand bekommen, nicht schön, aber sicher.

Schäden an Turm in Hann. Münden festgestellt

Nötig wurde die sofortige Sicherungsmaßnahme, weil nach einer Routine-Kontrolle mittels Drohne und eines Gutachters Schäden an den obersten acht Metern des Turmes festgestellt wurden. Durch Witterungseinflüsse und Bewuchs haben sich die Fugen gelöst und bröckelten. Ein Stein mit Jahreszahl 1965 wurde gefunden, es wird davon ausgegangen, dass zu dieser Zeit die letzte Sanierung stattgefunden hat.

Die Arbeiten oben am Ziegelpfortenturm erforderten Geduld und Zeit. Fie die Arbeiter war es eine Herausforderung.

Eigentlich wäre nach Darstellung von Kerstin Fügner von der Immobilienvermietungsgesellschaft (IVM) Hann. Münden, eine Sanierung des obersten Bereiches nötig, doch dazu fehlen zurzeit die finanziellen Mittel. So wurde eine einfachere, aber trotzdem sichere Lösung angestrebt.

Unternehmen aus Kassel nahm die Herausforderung an

Das Unternehmen Kühne aus Kassel hat am Wochenende zunächst die lockeren Fugenteile entfernt und dann den betroffenen Bereich mit einem engmaschig gewebten Netz, das eigentlich für Sandstrahlarbeiten verwendet wird, umlegt und mit Gurten befestigt. Ein zusätzliches Netz soll die Sicherheit von Fußgängern und Autofahrern gewähren. „Das soll drei bis fünf Jahre halten“, macht Kerstin Fügner deutlich.

Turmfalken: Ihnen dient der Ziegelpfortenturm als Heimat. Sie ließen sich von den Arbeiten nicht beirren.

10 000 Euro kostet diese Sicherungsmaßnahme. Die Arbeit mit dem Hubsteiger in luftiger Höhe war für die Mitarbeiter des Unternehmens eine große Herausforderung. „Wir haben so etwas zum ersten Mal gemacht“, erzählte Mitarbeiter Marcus Kirchner. Doch durch eine gute Planung im Vorfeld, konnten die Arbeiten in den vorgesehenen zwei Tagen erledigt werden. Nachdem der Stoff am oberen Turmbereich befestigt war, wurden die Gurte an Seilen von oben heruntergelassen, um den Turm gelegt und dann zusammen gezurrt.

Falken wohnen in den Ziegelpfortenturm

Ein Problem tauchte auf, als die Mitarbeiter im Turm fünf Eier eines Turmfalken entdeckten. Um dem Falkenpärchen die Möglichkeit zu geben, weiterhin durch die Öffnung ein- und auszufliegen schlug Kerstin Fügner vor, den Stoff vor den Einflugfenstern zu entfernen. Dies nahmen die Falken auch sofort an. Während der Arbeiten flogen sie ein und aus. „Um sicher zu gehen habe ich mich mit dem Tierschutzverein in Verbindung gesetzt, da sagte man mir, dass diese Maßnahme für die Falken in Ordnung sei“; so Kerstin Fügner. (Petra Siebert)

Rubriklistenbild: © Petra Siebert

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