Entscheidung: Bauverein baut nicht am Hampeturm

Der Platz am Hampeturm: Hier wollte der Bauverein ein Wohn- und Geschäftshaus mit Nahversorgungszentrum bauen. Foto: Krischmann

Hann. Münden. Der Gemeinnützige Bauverein wird auf dem Grundstück am Hampeturm kein Wohn- und Geschäftshaus mit Nahversorgungszentrum bauen.

„Die Entscheidung ist Vorstand und Aufsichtsrat nicht leicht gefallen, aber nachdem die Firmen Tegut und Edeka den Betrieb eines Nahversorgungszentrums abgesagt haben, sehen wir bei realistischer wirtschaftlicher Betrachtung keine Machbarkeit, und ziehen deshalb den geordneten Rückzug vor“, sagt Jörg Wieland, Geschäftsführer des Gemeinnützigen Bauvereins in einer gemeinsam mit Bürgermeister Harald Wegener verfassten Pressemitteilung.

Zurzeit Parkplatz 

Wieland meint damit das von der Wohnungsgenossenschaft geplante Wohn- und Geschäftshaus auf dem Grundstück am Hampeturm, das zurzeit als Parkplatz genutzt wird und im Besitz der Stadt ist. Im Vorfeld der Planungen gab es nach Wielands Worten Gespräche mit den Firmen Tegut und Edeka, um eine Lebensmittelversorgung für die Innenstadt anzubieten. Beide Firmen hätten nachvollziehbar dargelegt, dass für sie ein Betrieb am Standort „Am Hampeturm“ nicht in Frage kommt, da die infrastrukturellen Voraussetzungen, sprich das Kundenpotential, nicht gegeben sind, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten.

Um aber dennoch die Attraktivität der Innenstadt zu steigern, habe Dipl. Ing. Architekt Rolf Vogt, Technischer Vorstand beim Bauverein Münden, geprüft, ob sich ein Gebäude mit Büro- und Geschäftsräumen, betreutes Wohnen, Appartements und Penthouse-Wohnungen an der Stelle verwirklichen ließe.

Nachfrage nicht gegeben 

Unter Berücksichtigung aller baurechtlichen Bestimmungen und nach einer Wirtschaftlichkeitsberechnung sei der Vorstand des Bauvereins aber zum Ergebnis gekommen, dass auf dem Mündener Immobilienmarkt die Nachfrage und die Bereitschaft, ein derartiges Vorhaben umzusetzen, nicht gegeben ist.

Bei Veröffentlichung der Pläne, so Wieland, habe es sowohl aus der Kommunalpolitik als auch aus der interessierten Öffentlichkeit Bedenken bis hin zu klaren Ablehnungen gegeben. Die Gründe seien unterschiedlich gewesen: Verkehrsbelastungen, Gestaltung des Gebäudes, Auswahl der Mieter.

Wegener: Bin enttäuscht 

„Ich bin natürlich enttäuscht, dass das Projekt nicht realisiert wird, aber wenn die wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht vorhanden sind, ist ein Ende ohne Schrecken besser als umgekehrt“, kommentiert Bürgermeister Harald Wegener die Entscheidung des Bauverein-Vorstandes. Der Bürgermeister erklärt weiter, er warte nun ab, welche Ergebnisse das in Auftrag gegebene Einzelhandelskonzept bringen wird, um dann neue Pläne in Angriff zu nehmen.

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