Hampeturm Sand: Bauverein Münden will Klarheit

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Frontansicht: Die Skizze zeigt, wie das geplante Wohn- und Geschäftshaus am Hampeturm aussehen könnte. Den Entwurf hat Dipl.-Ing. Architekt Rolf Vogt vom Bauverein in Zusammenarbeit mit Architekt Constantin Lechner vom Architekturbüro Rohrer angefertigt.

Hann. Münden. Der Vorstand des Bauvereins Münden betrachtet es mit „großer Sorge, dass bereits in der vorbereitenden Planung zum Bauvorhaben am Hampeturm Sand im Getriebe zu sein scheint."

Das machte der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft gestern in einer Presseerklärung deutlich. In einem Brief vom 9. Juli hat der Vorstand Bürgermeister Harald Wegener gebeten, bis zum 17. August tätig zu werden. Der Bauverein will, wie berichtet, auf dem Grundstück - wenn es die Stadt ihm verkauft - ein Wohn- und Geschäftshaus bauen.

Bereits im Januar 2015, so der Vorstand der Genossenschaft, habe sich der Bauverein an Bürgermeister Wegener gewandt, um über den Kauf des Grundstücks „Am Plan“ - jetziger Parkplatz - zu verhandeln. Erst im März sei es zu einem Gespräch gekommen.

Am 1. Juni habe dann Stadtplaner Siegfried Pflum im Stadtentwicklungsausschuss des Rates der Stadt Hann. Münden im nichtöffentlichen Teil der Sitzung das Entwicklungskonzept „Am Plan“ mit den möglichen Nutzungsvorschlägen vorgestellt. Die Projektentwicklung liege in Händen des Bauvereins, betont Dipl.-Ing. Architekt Rolf Vogt, Technisches Vorstandsmitglied. Er wirft der Stadtverwaltung schlechte Informationspolitik vor. „Es muss möglich sein, dass man wenigstens Zwischenbescheide erhält und nicht ständig nachfragen muss.“ Deshalb habe sich der Vorstand wiederum an den Bürgermeister gewandt, „damit in der Sache Fahrt aufgenommen wird.“ Offenbar, so höre man aus gut informierten Kreisen, sagt der Vorstand, soll es im politischen Raum große Vorbehalte gegen das Projekt geben.

Jörg Wieland, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bauvereins, weist darauf hin, dass sich die Genossenschaft in ihrer über 110-jährigen Geschichte stets in die Stadtentwicklung eingebracht habe, und das solle auch so bleiben. Allerdings müsse der Bauverein betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte beachten. Wieland: „In der momentan noch zinsgünstigen Phase müssen wir agieren und jeden Tag können die Zinsen wieder steigen, so dass bei einem Engagement von über 10 Millionen Euro die Wirtschaftlichkeit schnell auf der Strecke bleiben kann und das mache ich im Interesse unserer Genossenschaft nicht mit.“

Die HNA hat in dieser Woche bei der Stadtverwaltung nachgefragt, wie es um den Verkauf des städtischen Grundstücks und die weitere Planung steht. Die Pressesprecherin der Stadtverwaltung, Julia Bytom, teilte mit, die Verwaltung werde im Moment nichts dazu sagen, da das Thema im nichtöffentlichen Teil des Stadtentwicklungsausschusses behandelt worden sei.

Das Vorhaben des Bauvereins werde wieder im Ausschuss beraten, sobald Näheres über das Projekt bekannt sei, werde die Öffentlichkeit unterrichtet.

Im Stadtentwicklungsausschuss hat die SPD die Mehrheit mit fünf Sitzen. Die CDU hat zwei Sitze, die Grünen und das Bürgerforum jeweils einen. Ausschussvorsitzender ist Sozialdemokrat Dr. Joachim Atzert, stellvertretender Vorsitzender ist Christdemokrat Gerhard Neufang.

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