Nach Tod eines 74-Jährigen: Bedrückende Stimmung im Hochbad

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Tragisches Unglück im Schwimmerbecken im Hochbad: Hier kam am Montag ein 74-jähriger Badegast ums Leben.

Hann. Münden. Wer gestern das Mündener Hochbad betrat, bemerkte sofort eine bedrückende Stimmung. Überall unterhielt man sich über den 74-jährigen Mann, der Montag dort ums Leben kam.

Krankheitsbedingt, wie die Obduktion ergab, es lag kein Fremdverschulden vor.

„Mir hat ein Badegast erzählt, dass er sich noch mit dem Mann am Beckenrand über die Reinigung von Schwimmbrillen unterhalten hat“, schilderte eine Frau. Dann seien die beiden Männer losgeschwommen und in der Mitte habe der Badegast bemerkt, dass der 74-Jährige nicht hinterher gekommen sei.

Als er die Bahn zurück geschwommen sei, habe er den anderen Mann auf dem Beckenboden liegen sehen und den Schwimmmeister informiert. Dieser habe den am Beckenboden Liegenden dann sofort hochgeholt und versucht zu reanimieren. „Es war ja auch eine Ärztin als Schwimmerin im Becken. Die hat mit Mund-zu-Mund-Beatmung versucht, den Verunglückten zurück zu holen, doch es ist nicht gelungen“, erzählt eine Frau. Krankenwagen, Polizei und Kriminalpolizei seien sehr schnell vor Ort gewesen. „Aber wir durften den Mann dort oben nicht von der Stelle bewegen“, sagt ein Mann, der geholfen hat, den Mann aus dem Becken zu holen. „Das durften nur die Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens, das mit der Gerichtsmedizin in Göttingen zusammenarbeitet“.

Bis der Bestatter vor Ort war, habe es allerdings sehr lange gedauert, denn vermutlich war auch er vom Stau durch die A7-Sperrung betroffen. Eine Rentnerin erzählt, dass einige Badegäste sofort das Bad verlassen hätten, sie wären sehr betreten gewesen. Andere sind, nachdem der Leichnam abgeholt worden war, wieder zurück ins Wasser gegangen. Jugendliche hätten die Situation sofort in sozialen Netzwerken verbreitet.

Dem Hochbadteam bescheinigten die Badegäste ein souveränes und pietätvolles Verhalten. Sie hätten den Leichnam sofort mit weißen Tüchern bedeckt und Fragen der Badegäste sehr dezent beantwortet.

Bereits im Sommer 2013 war der damals 72-Jährige schon einmal beim Schwimmen im Hochbad auf den Boden des Beckens abgesackt. Ihm war zuvor schwarz vor Augen geworden. Damals konnte er gerettet werden, er wurde rechtzeitig reanimiert. (zpy)

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