Wachstum nicht so gelaufen wie geplant

Benary baut 16 Arbeitsplätze ab

Für Gaillardia „Aritona Apricot“ der Firma Benary gab es eine US-Auszeichnung. Foto: Firmenfoto Benary

Hann. Münden. Ernst Benary Samenzucht mit Sitz in Gimte hat zum 30. März 16 Arbeitsplätze abgebaut. Das bestätigte der Geschäftsführer des Unternehmens, Dr. Matthias Redlefsen.

Zehn Mitarbeitern sei betriebsbedingt gekündigt worden, sechs Arbeitsplätze seien durch Aufhebungsverträge und Vorruhestandsregelungen weggefallen, sagte Redlefsen. Bei den Kündigungen lägen die Kündigungsfristen zwischen März und Oktober.

Spekulationen, wonach Benary den Standort Hann. Münden aufgeben werde, trat der Geschäftsführer entschieden entgegen. Redlefsen: „Der Standort Hann. Münden steht nicht zur Debatte.“

Benary ist mit jetzt noch rund 120 Beschäftigten in Gimte sowie weiteren Mitarbeitern in den USA und in den Niederlanden ein traditionsreiches Unternehmen. Ihr Geschäft macht die Firma mit dem Züchten von Beet- und Balkonpflanzen und dem Vertrieb von deren Saatgut.

Den Personalabbau begründete Redlefsen damit, dass das Wachstum des Unternehmens nicht so gelaufen sei wie zu Beginn des Geschäftsjahrs, Ende Juni vorigen Jahres, geplant. Dafür gebe es mehrere Ursachen. Das Geschäft mit Russland und China, zwei wichtigen Märkten des Mündener Unternehmens, gestalte sich schwieriger als gedacht. In Russland sei das auf die wirtschaftlich angespannte Lage - auch als Folge der Sanktionen der EU - zurückzuführen, in China auf die Entscheidung der Regierung, die Ausgaben für den öffentlichen Gartenbau von 14 auf fünf Prozent zurückzufahren. Ein weiterer Grund dafür, dass die Unternehmensplanung habe angepasst werden müssen, sei der Strukturwandel im europäischen Gartenbau - weniger Endverkaufs-Familienbetriebe, mehr große Gartenbaubetriebe, die Baumärkte beliefern. Um nicht kalt erwischt zu werden, habe die Geschäftsleitung beschlossen, rechtzeitig Personal abzubauen. Die Entscheidung sei Anfang März in einer Betriebsversammlung den Mitarbeitern erläutert worden, der Betriebsrat sei eingebunden gewesen.

Der Abbau betreffe keine bestimmten Abteilungen im Unternehmen. Vielmehr sei dort eingespart worden, wo durch Rationalisierung - etwa durch Einführung einer neuen Software - nicht mehr soviel Personal nötig ist.

Kündigungsschutzklage 

Der Rechtssekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Göttingen, Hans-Georg Schwedhelm, teilte auf Nachfrage der HNA mit, der DGB werde für Gewerkschaftsmitglieder eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht Göttingen einreichen, um sich gegen die Kündigungen zu wehren.

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