Bergfried drohte zu verfallen

Sanierung der Bramburg bei Hemeln soll 2021 beendet werden

Die Sanierung des Bergfrieds der hoch über der Weser gelegenen Burgruine Bramburg soll in diesem Jahr fortgesetzt und beendet werden.
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Die Sanierung des Bergfrieds der hoch über der Weser gelegenen Burgruine Bramburg soll in diesem Jahr fortgesetzt und beendet werden. Wer genau hinsieht, erkennt den Unterschied vor und nach der Sanierung an den Steinen.

Mit großem Aufwand ist im vergangenen Jahr ein Großteil des Bergfrieds der zwischen Hemeln und Glashütte gelegenen Burganlagenruine Bramburg saniert worden. Läuft alles nach Plan, sollen die Arbeiten in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Das markanteste Gebäude der rechteckigen Bramburg ist heute die für ihr Alter insgesamt erstaunlich gut erhaltene Ruine des Bergfrieds. Obwohl weit oberhalb der Weser im Wald gelegen, ist der Turm mit seiner Höhe von 21,37 Meter, seinem Durchmesser von knapp zehn Metern und seinem bis zu dreieinhalb Meter dicken Mauerwerk schon von weither gut sichtbar. Nachdem sich jedoch dessen Fugenputz im Laufe der Jahrhunderte großflächig aufgelöst hatte, drohte auch der Bergfried zu verfallen.

„Weil es sich um eine der ältesten Burgruinen der Region handelt, und unsere Familie eine rund 680 Jahre währende Geschichte mit der Bramburg verbindet, fühle ich eine starke emotionale Verpflichtung, sie zu erhalten“, sagt der aktuelle Eigentümer Ernst von Stockhausen. Als erste Maßnahme hatte er deshalb bereits vor sieben Jahren eine Notsicherung veranlasst, bei der unter anderem Bewuchs entfernt wurde, der sich selbst im oberen Teil des Bergfrieds im Mauerwerk angepflanzt hatte. Außerdem wurde dem Turm ein schräges, hölzernes Dach mit einer Schutzfolie aufgesetzt, das bei Regen die Feuchtigkeit vom Turm ableitet.

Nachdem das Gemäuer so reichlich Zeit hatte, komplett auszutrocknen, startete man im Juni vergangenen Jahres mit der eigentlichen Sanierung. Zunächst wurde ein Großteil des Bergfrieds eingerüstet und anschließend das Mauerwerk neu verfugt.„Früher hätte man dafür normalen Zement benutzt, aber jetzt verwenden Spezialfirmen dafür Baumaterialien, die denen aus der Entstehungszeit des jeweiligen Bauwerkes sehr ähneln“, betont Ernst von Stockhausen. Diese Baumaterialien seien wesentlich langlebiger und würden auch von der Optik her dem Originalbild entsprechen. „Hauptziel der ganzen Aktion ist es dennoch, so viel wie möglich vom Originalputz zu erhalten“, sagt der 35-Jährige.

Landesamte für Denkmalpflege und Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördern Sanierung

Da der neue Putz sechs frostfreie Wochen benötigt, um komplett durchzutrocknen, habe man im ersten Bauabschnitt nur etwa zwei Drittel der Gesamtfläche geschafft. „Der Plan ist, in diesem Jahr den verbleibenden Rest zu verfugen, die provisorische Dachkonstruktion wieder herunterzunehmen und die Bergfriedkrone wieder zu komplettieren“, sagt Ernst von Stockhausen.

„Für unsere Familie alleine wäre die Sanierung nicht machbar gewesen“, sagt der Land- und Forstwirt, der die Gesamtkosten auf einen „mittleren sechsstelligen Betrag“ schätzt. Daher sei er umso dankbarer, dass ein Großteil der Kosten als Förderung vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz getragen werden. Dankbar ist von Stockhausen auch den Denkmalpflegern Kim Kappes (Hannover), Burkhard Klapp und Sabine Momm (beide Hann. Münden), die das Projekt mit ihren fachlichen Expertisen begleitet hätten. „Jetzt hoffe ich, dass auch der Förderantrag für den letzten Sanierungsabschnitt bewilligt wird“, sagt Ernst von Stockhausen. Dann nämlich könnten die Arbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden und der Bergfried endgültig in neuem Glanz erstrahlen.

Bramburg wurde als Raubritternest genutzt

Urkundlich erstmals erwähnt wurde die Bramburg im Jahr 1063. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde sie als Schutzburg zur Absicherung der Corveyer Territorien und damit auch des in Sichtweite gelegenen Klosters Bursfelde genutzt. Nachdem die Burg mit den umliegenden Ländereien dann in den Besitz der Welfenherzöge übergegangen war, gaben diese sie als Lehen an die Herren von Stockhausen.

Diese übten zunächst eine Schutzfunktion aus, nutzten die Bramburg aber später als Raubritternest. 1458 wurde sie daher vom Heer des Landgrafen Wilhelm von Thüringen größtenteils zerstört. Die Burganlage blieb jedoch weiterhin im Besitz der Familie von Stockhausen, deren Nachfolgern sie bis heute gehört. Nach dem Umzug der von Stockhausens auf ihr anderes Lehensgut in Imbsen, etwa Mitte des 16. Jahrhunderts, verfiel die zuletzt nur noch als Wohn- und Amtssitz dienende Bramburg und galt bereits im ausgehenden 17. Jahrhundert als Ruine.

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