Rat beschließt Plan mit Windflächen

Dransfeld. Bei einer Enthaltung hat der Rat der Samtgemeinde Dransfeld dem aktuellen Entwurf des Flächennutzungsplanes zugestimmt.

Kontrovers diskutiert wurde in der Sitzung am Donnerstag erneut die Frage, ob man für die Windvorrangfläche zwischen Jühnde und Bördel eine Höhenbegrenzung für die Anlagen festschreiben soll oder nicht. Über diesen Punkt wurde separat abgestimmt, ohne Fraktionszwang. Sieben Ratsmitglieder hätten die Höenbeschränkung gerne herausgenommen, zwölf sprachen sich dafür aus, sie im Plan zu belassen, zwei enthielten sich der Stimme.

Pro und Contra 

Höhenbeschränkung

Jühndes Bürgermeister Dietmar Bode erhielt die Möglichkeit, aus Sicht Jühndes die Situaton zu schildern: Von Jühnde oder Bördel aus gesehen wäre es ein spürbarer Unterschied, ob Windkraftanlagen 185 oder 206 Meter hoch seien (einschließlich Rotor). Bode appellierte, die Höhenbeschränkung auszusprechen, „vor fünf Jahren waren 185 Meter Stand der Technik, heute sind es 206, wer weiß, wie hoch es in den nächsten fünf Jahren ist.“

Dr. Klaus Heinemann, CDU, sprach sich gegen eine Höhenbegrenzung aus, denn die Höhe habe einen großen Einfluss auf den Energieertrag.

Ernst Achilles-Wengel, Bündnis 90/Die Grünen, sprach sich dafür aus, es mit der Höhenbegrenzung zumindest zu versuchen. Das Problem sei, dass auf Bundes- und Landesebene keine einheitlichen Regelungen entwickelt worden seien, immer wieder gaben Gerichtsentscheidungen die Marschrichtung für die kommunale Planung vor.

Achilles-Wengel ging auch auf die Einwohnerfrage ein, warum man nicht überall eine Höhenbeschränkung ausspreche: Diese Einschränkug müsse begründet werden. Am Standort zwischen Bördel und Jühnde könnten 20 Meter mehr tatsächlich zu einer erdrückenden Wirkung führen. Auf der Hochebene zwischen Dransfeld und Imbsen hingegen nicht.

Der Bauausschuss des Samtgemeindeausschusses hatte eine Höhenbeschränklung befürwortet, im Samtgemeindeausschuss war sie hingegen abgelehnt worden.

Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers erläuterte, man halte sich an die Vorgaben im Landesraumordnungsplan, dort gelte als Soll-Bestimmung, dass man die Höhe der Anlagen nicht deckeln solle. Aus dem Grund hatte auch der Landkreis die Beschränkung kritisiert. Damit baue man eine Schwachstelle in den Plan ein, das ergab eine rechtliche Beratung, so Eilers.

Die Samtgemeinde hofft nun, das die mitgelieferte Begründung sich als stichhaltig erweist: Der Höhenunterschied wirke sich auf das Landschaftsbild aus, heißt es dort sinngemäß. Auch 185 Meter hohe Anlagen könnten wirtschaftlich arbeiten.

Der Plan geht nun an den Landkreis zur Genehmigung.

Rubriklistenbild: © dpa

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