An der Weserliedanlage

Bestattungswald in Hann. Münden geplant: Letzte Ruhe im Stadtforst

Die Weserliedanlage oberhalb Hann. Mündens wurde 1931 gebaut und ist dem Weserlied von  Franz von Dingelstedt gewidmet. Man hat einen guten Ausblick über die Dreiflüssestadt und die Weser.
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Die Weserliedanlage über Hann. Münden. In der Nähe der Aussichtsplattform soll ein Ruhewald enstehen. In Staufenberg gibt es bereits einen Wald für Bestattungen.

In Hann. Münden soll ein Bestattungswald entstehen. In Staufenberg gibt es bereits einen solchen. Das Projekt könnte aber am klammen Haushalt scheitern.

Hann. Münden/Staufenberg – Die Planungen für einen neuen Bestattungswald an der Weserliedanlage in Hann. Münden laufen. „Wir hoffen, dass wir bis zum Sommer so weit sind“, heißt es vom Betrieb Stadtwald. Der aktuelle Planungsstand war auch Thema im Umweltausschuss der Stadt.

Zweiter Waldfriedhof im Altkreis Münden geplant

Das wäre der zweite Waldfriedhof im Altkreis Münden. Seit Februar 2016 bietet bereits das Hamelner Unternehmen Ruh-Wald bei Sichelnstein in der Gemeinde Staufenberg Urnenbestattungen unter Bäumen an. Die Forstgenossenschaft Benterode hat dem Unternehmen dafür ein rund zehn Hektar großes Waldstück mit Buchen und einzelnen Eichen auf 99 Jahre verpachtet. Ruhwald Burg Sichelnstein heißt die Anlage.

Seit 2016 habe es dort rund 60 Urnenbestattungen gegeben, sagt Volker Schmidt, Geschäftsführer von Ruh-Wald. Vor allem Staufenberger hätten dort ihre letzte Ruhestätte gefunden. Er habe mit einem größeren Interesse gerechnet, denn der Trend zu Waldbestattungen sei da, so Schmidt, der weitere Anlagen betreibt. Zum Vergleich: Auf den acht kommunalen Friedhöfen in Staufenberg finden pro Jahr etwa 90 Bestattungen statt, teilte der Staufenberger Gemeindeservice mit.

Staufenberg: Waldfriedhof wird gut angenommen

Eine Bedarfsanalyse für Hann. Münden habe ergeben, dass dort ein hohes Interesse für einen Bestattungswald bestehe, berichtete Vanessa Meyer vom Betrieb Stadtforst im Umweltausschuss. Zudem gebe es bislang in Hann. Münden noch keine Möglichkeit, sich im Wald bestatten zu lassen. Eine Konkurrenz für bestehende Friedhöfe sehe sie nicht, eher eine neue Alternative. Favorit für den Standort sei der Bereich Weserliedanlage. Dort gebe es einen Sommerweg.

Eine Gebührensatzung werde noch erstellt. Zudem müsse die Fläche als Friedhof gewidmet werden. Im oberen Teil soll ein Holz-Pavillon als Andachtsplatz entstehen. Die Eröffnung sei zum 1. August 2021 geplant, so Meyer. Die Leiterin des Betriebs Stadtwald, Susanne Gohde, erklärte dass der Eröffnungstermin aber an einem genehmigten Haushalt der Stadt Hann. Münden hänge.

Ein Ruheplatz unter Baumriesen

Der Umweltausschuss der Stadt Hann. Münden hat dem Rat die Empfehlung ausgesprochen, einen Bestattungswald an der Weserliedanlage zu beschließen. Laut Vorlage soll sich der Bestattungsort auf einer bewaldeten Teilfläche oberhalb der Weserliedanlage befinden.

Laut Susanne Gohde vom Betrieb Stadtwald ist die Fläche gut geeignet, auch, da dort nicht mit starkem Windwurf gerechnet werden müsse. Zudem seien keine Fichten als Bestattungsbäume ausgewählt worden.

Abhängig von der Haushaltsplanung 2021

Für Bäume, die Wind oder Trockenheit zum Opfer fielen, solle es Ersatzpflanzungen geben oder der Rest des Baumes bleibe als Bestattungsbaum erhalten. Hartmut Teichmann (Grüne) lobte, dass der Pavillon aus Holz gebaut werden soll. Zudem regte er an, wenn möglich Holz aus dem Stadtwald zu verwenden. Die Verwaltung betonte, dass die Einrichtung des Bestattungswaldes davon abhängig sei, ob der Rat das Geld in der Haushaltsplanung für 2021 berücksichtige und ob ein genehmigungsfähiger Haushalt vorliege. Ausschussmitglieder betonten, dass die Eröffnung zum 1. August nicht wegen finanzieller Probleme scheitern dürfe.

Hann. Münden: Zusätzliche Einnahmen unwahrscheinlich

Der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters in Hann. Münden, Axel Grünewald, dämpfte Hoffnungen der Ausschussmitglieder, der Bestattungswald könne zusätzlich Einnahmen generieren: Ein positiver Effekt auf den Haushalt sei nicht zu erwarten. Das liege insbesondere im hohen Aufwand des Projekts begründet. Weiterhin erklärte die Verwaltung, dass der neue Bestattungswald nicht nur Bürgern aus Hann. Münden offen stehen soll. (Thomas Schlenz/Ekkehard Maaß)

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