Bestattungswald in Hann. Münden

Bestattungswald in Hann. Münden: Letzte Ruhe unterm Baum

Diese Plaketten weisen auf Gräber hin: Annika Meier, Försterin im Stadtwald Hann. Münden, im Bestattungswald Hann. Münden.
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Diese Plaketten weisen auf Gräber hin: Annika Meier, Försterin im Stadtwald Hann. Münden, im Bestattungswald Hann. Münden.

Hann. Münden bekommt einen Bestattungswald in der Nähe der Weserliedanlage. Die Arbeiten dazu laufen bereits. Der klamme Haushalt der Stadt bereitet aber Sorgen.

Hann. Münden – Die Vorbereitungsarbeiten für den ersten Bestattungswald in Hann. Münden sind angelaufen. Derzeit sorgten Bagger noch für eine Ertüchtigung der Parkplätze, wird die Leiterin des Betriebs Stadtwald, Susanne Gohde, zitiert.

Eröffnung von Bestattungswald Hann. Münden für August geplant

Offiziell soll der erste Bestattungswald Hann. Mündens bereits am 1. August eröffnet werden. Da bislang kein genehmigter Haushalt vorliege, könne ein geplanter Holzpavillon, der als Andachtsplatz gedacht war, allerdings noch nicht gebaut werden.

Der offizielle Weg zum Bestattungswald erfolgt laut Stadtverwaltung über die B 3, den Heidewinkel hinauf und weiter über den Schlangenweg, sodass am Anfang des Sommerweges auf der Bankette geparkt werden kann. Die derzeit laufenden Baggerarbeiten am Questenbergweg seien zur Ausbesserung der bereits geschotterten Bankette nötig, um die ersten zwei Parkplätze am Bestattungswald ausweisen zu können. Es handele sich um Bereiche, auf denen schon alter Schotter liege.

Wege werden geschottert

Lediglich die Zuwegung zum Andachtsplatz, eine ehemalige Rückegasse mit groben Steinen im Untergrund, werde leicht überschottert, damit auch Menschen mit einer körperlichen Behinderung an den Trauerfeiern teilnehmen können. Ebenso werde der Kreuzungsbereich Sommerweg, dem Wanderweg zur Weserliedanlage und dem Questenberg etwas aufgeschottert, um eine Wendemöglichkeit zu schaffen, hieß es. Bis zum 1. August werden laut Stadtwald-Försterin Annika Meier die Waldwege verkehrssicher gemacht. Dafür entferne man Totäste von den Bäumen. Außerdem sollen noch Ruhebänke aus regionalem Holz gefertigt werden.

Kosten für Beerdigung

Eine anonyme Waldbeisetzung soll 776,69 Euro kosten, die Grabstätte an einem Gemeinschaftsbaum 818,36 Euro. Ein Bestattungsbaum für Familien- oder Freundeskreis inklusive sechs Grabstellen schlägt mit 7160,17 Euro zu Buche. Für das Ausheben und Schließen der Waldgrabstätte durch den Friedhofsträger werden zusätzlich jeweils 376,93 Euro fällig. Angehörige können sich zudem für eine Trauerrede am Baumgrab entscheiden, die 57,52 Euro kosten soll. 

In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses der Stadt wurde die Gebührenordnung für den Ruhewald diskutiert und dem Rat zur Zustimmung empfohlen. Laut Vorlage geht die Stadt von 50 Bestattungen sowie vom Verkauf von fünf Familienbäumen jährlich für die Berechnung der Gebühren aus. In der Region gibt es bereits einen Bestattungswald bei Sichelnstein, der vom Unternehmen Ruh-Wald betrieben und, in Hessen, einen Friedwald in Reinhardshagen. (Thomas Schlenz / William-Samir Abu El-Qumssan)

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