Coronavirus

Klinikum Hann. Münden: Fünf Patienten auf Corona-Isolierstation

Kristin Linner nimmt die Abstriche für Coronatestes bei Patienten.
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Kristin Linner nimmt die Abstriche für Coronatestes bei Patienten.

Fünf Patienten sind am Montag auf der Corona-Isolierstation des Klinikums Hann. Münden (KHM) behandelt worden, bei einer Person bestehe der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus, vier von ihnen seien positiv getestet worden.

Hann. Münden – „Wir nehmen die Patienten auf, die eine Symptomatik entwickeln und ins Krankenhaus müssen“, sagt Dr. Jens Küster, ärztlicher Direktor des KHM. Auf der Intensivstation des Klinikums lägen keine Coronapatienten. Intensivpflichtige Patienten würden an die Universitätsmedizin Göttingen verlegt, so Dr. Küster. Bisher sei das aber nicht erforderlich. Die Covid-Patienten hätten beispielsweise typische Fiebersymptome, müssten aber nicht beatmet werden. Auf der Isolierstation seien die Patienten abgesichert von den restlichen Patienten des Klinikums, betonte der Geschäftsführer Dr. Marc Heiderhoff.

Die Isolierstation sei komplett von den anderen Bereichen des Krankenhauses getrennt, erklärt auch Pflegedienstleiter Steffen Feldt. Eine Durchmischung mit den restlichen Bereichen der Klinik sei ausgeschlossen. Bei allen Patienten der Klinik werde ein Test auf das Coronavirus vorgenommen. Solange kein negatives Ergebnis vorliege, verblieben die Patienten auf der Isolierstation, so Feldt.

Bei elektiven Eingriffen werde ein Test auf Covid-19 zwei Tage vor der Aufnahme ins Krankenhaus und dem Eingriff genommen. Auch das Personal werde regelmäßig getestet. Laut Dr. Marc Heiderhoff gibt es aktuell keine Lieferengpässe bei der Schutzkleidung für das Personal, auch FFP2-Masken seien in ausreichender Zahl vorhanden.

Dr. Jens Küster betont, dass sich Patienten keine Sorgen vor einer Ansteckung bei einem Klinikaufenthalt machen sollen. Im Gegenteil: Da viel Diagnostik betrieben und ein hoher Wert auf Hygiene und Schutzmaßnahmen gelegt werde, sei das Krankenhaus ein sicherer Ort. Patienten mit Beschwerden sollten daher nicht zögern, ins Krankenhaus zu gehen. Beispielsweise bei Herzproblemen sei es wichtig, diese ernst zu nehmen, sonst drohten Folgeerkrankungen.

Einwegkittel, Handschuhe, eine hochwertige Maske der Schutzkategorie FFP-2, Gesichtsvisier: Wenn Kristin Linner bei Patienten im Klinikum Hann. Münden Abstriche für Coronatests nimmt, steht Sicherheit an oberster Stelle. Auch in den anderen Bereichen wird laut Klinikleitung alles getan, um Infektionen zu vermeiden. Alle Patienten müssen sich vor Aufnahme einem Test unterziehen, außerdem muss am Eingang des Klinikums ein Fragebogen ausgefüllt werden. Noch intensiver sind die Vorkehrungen im Isolierbereich des Krankenhauses, wo Covid-Patienten und Verdachtsfälle abgeschottet vom Rest der Klinik liegen.

Bei der Behandlung und der Betreuung dieser Patienten ist für Pflegekräfte und Ärzte das Tragen der vollständigen Schutzausrüstung Pflicht. Für die Pflegekräfte bedeute das An- und Ablegen der Schutzkleidung einen erhöhten Zeitaufwand, berichtet Pflegedienstleiter Steffen Feldt. Bei jedem einzelnen Patienten auf der Isolierstation müssten sich die Mitarbeiter neu einkleiden, den ganzen Tag über mit Maske zu arbeiten sei für die Pflegekräfte natürlich anstrengend.

Hinzu komme, dass die Kittel wasserundurchlässig und damit nicht atmungsaktiv seien. Um die Patienten und die Mitarbeiter zu schützen gebe es aber keine Alternative. Frische Schutzkleidung sei elementar wichtig, so Feldt. Bereits zu Beginn der Coronakrise seien alle Mitarbeiter mehrfach im Hinblick auf die Hygienemaßnahmen geschult worden. Mitarbeiter, die im Isolierbereich tätig seien, würden zudem nochmals gesondert unterwiesen, insbesondere im richtigen Umgang mit der Schutzkleidung.

In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt sei ein Testkonzept in der Klinik erstellt worden. Alle Mitarbeiter, die in exponierten Bereichen tätig seien, wie etwa in der Notaufnahme oder im Covid-Bereich würden standardmäßig einmal pro Woche auf das Coronavirus getestet. Zusätzlich führten die Mitarbeiter Symptomtagebücher und beobachten sich selbst auf Symptome. Ziel sei es, sicherzustellen, dass Mitarbeiter nicht infiziert würden oder eine etwaige Infektion schnellstmöglich zu erkennen. Laut Dr. Küster muss sich jeder Klinikmitarbeiter bei seinem Dienstvorsitzenden melden, wenn er Erkältungssymptome habe.

Zudem habe das Klinikum ausreichend Antigen-Schnelltests zur Verfügung, sagt Geschäftsführer Dr. Heiderhoff. Das Klinikum tue alles, um Mitarbeiter und Patienten bestmöglich zu schützen, betont Dr. Jens Küster. So werde auch auf das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes im gesamten Klinikum sehr streng geachtet. Mit Blick auf möglicherweise bald anstehende Impfungen gegen das Coronavirus erklärte Küster, es habe eine Anfrage des Sozialministeriums gegeben. So sei beispielsweise die Zahl der Mitarbeiter und Pflegekräfte abgefragt worden.

Zudem sei die Frage aufgekommen, ob das Klinikum die Mitarbeiter selbst impfen wolle. Das habe man bejaht. Auch, ob das Klinikum Menschen in weiteren Einrichtungen wie Pflegeheime, impfen könne, sei gefragt worden. Man habe geantwortet, dass man Impfungen übernehmen könne und gerne bei weiteren Einrichtungen helfen würde, so Dr. Küster. Von Thomas Schlenz

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