Fachwerkstadt

Brandschutz: Feuerwehr Hann. Münden nimmt Bewohner in die Pflicht

Blick auf Hann. Münden: Unser Luftbild zeigt die Innenstadt. In der Bildmitte rechts ist das Schloss zu sehen, oben rechts der Tanz- und Doktorwerder.
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Blick auf Hann. Münden: Unser Luftbild zeigt die Innenstadt. In der Bildmitte rechts ist das Schloss zu sehen, oben rechts der Tanz- und Doktorwerder.

Nach zwei Großbränden arbeitet die Stadt Hann. Münden an einem neuen Brandschutzkonzept.

Hann.Münden – Um die Mündener Altstadt, aber auch die historischen Ortskerne der Dörfer, besser vor Bränden zu schützen, hat der Rat der Stadt Hann. Münden Ende Februar beschlossen, ein neues Brandschutzkonzept zu erarbeiten. Nach Vorschlägen aus der Politik hat jetzt auch die Feuerwehr Hann. Münden ihre Empfehlungen für ein Brandschutzkonzept vorgelegt.

Das Wichtigste sei, dass die Bewohner und vor allem auch die Eigentümer der Häuser dafür gewonnen werden, sich stärker um den vorbeugenden Brandschutz zu kümmern, sagte Hann. Mündens Stadtbrandmeister Dieter Röthig im Gespräch mit unserer Zeitung. „Nur dieser Personenkreis kann unsere Stadt vor der großen Gefahr schützen.“

Dabei gehe es nicht nur um das Anbringen von Rauchwarnmeldern, die jetzt schon vorgeschrieben sind. Im Blick hat die Feuerwehr dabei vor allem auch, veraltete Elektroinstallationen und Gasversorgungsanlagen auf den neuesten Stand zu bringen oder auszutauschen. Technische Defekte waren die Ursachen der beiden Großbrände im November 2020 und Januar 2021. Es gebe aber keine Handhabe dies den Bewohnern einfach vorzuschreiben.

Zudem müssten sie dafür sorgen, dass Feuerstätten, Röthig erinnert auch an Anlagen in Schuppen und Werkstätten, regelmäßig von den Schornsteinfegern gekehrt und gewartet werden. Ein Problem seien auch manche Hinterhöfe. Es sei rechtlich schwierig, sie einfach so zu inspizieren, wenn es keinen konkreten Anlass oder Hinweise gebe. Aber es sei „teilweise erschreckend“, wie es dort aussehe. Röthig spricht von illegalen Bauten, versperrten Fluchtwegen, Lagerplätzen für Sperrmüll und Altpapier und vielem mehr.

In diesem Zusammenhang fordert die Feuerwehr, dass es in Hann. Münden einen Recycling-Hof geben müsste, wo die Mündener Dinge rasch entsorgen könnten.

Auch die Berge von Altpapier, die vor den Häusern liegen, wenn die Abfuhrtermine anstehen, sind Röthig ein Dorn im Auge. Alles Zündquellen und brandgefährlich, sagt Röthig. Von einem Recycling-Hof verspricht er sich zudem, dass weniger Müll in den Wäldern illegal entsorgt wird.

Die Feuerwehr in Hann. Münden sieht er insgesamt gut aufgestellt. Mit 400 Feuerwehrleuten gebe es in den Mündener Feuerwehren ausreichend Personal, auch an Fahrzeugen und Ausrüstung mangele es nicht. Aber er stellte auch klar, dass es keine Einsparungen geben dürfe. Der Feuerwehretat dürfe nicht heruntergefahren werden. Es sei im Gegenteil eine Erhöhung angebracht. Die Ausrüstung müsse auf dem neuesten Stand bleiben.

Bei der Löschwasserversorgung müssten die Klimaerwärmung und die damit einhergehenden sinkenden Trinkwasserspiegel berücksichtigt werden.

Röthig spricht sich dafür aus, die Flüsse stärker zu nutzen und an Fulda und Werra „Saugstellen“ einzurichten, an die die Feuerwehr ihre Schläuche nur noch anschließen müsse. Und in den Ortsteilen, die nicht in Flusstälern liegen, müssten Zisternen errichtet werden. Beim Kauf neuer Tanklöschfahrzeuge sei es wichtig, dass sie mehr als 2000 Liter aufnehmen könnten. (Von Ekkehard Maass)

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