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Tankstellen-Betreiber ziehen unterschiedliche Bilanz für das Jahr 2022

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Von: Fabian Diekmann

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Deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen Autofahrer seit Anfang September. Der Rabatt, den Berlin gewährt hat, ist ausgelaufen.
Szenen mit Preisen wie diesen waren im Jahr 2022 keine Seltenheit. © MICHAEL CASPAR

Mit schwankenden Benzinpreisen hatte nicht nur die tankende Kundschaft zu kämpfen. Auch die Betreiber von Tankstellen und Heizölunternehmen blicken unterschiedlich auf das vergangene Jahr zurück.

Hann. Münden – Auch wenn die Kundenzahl aufgrund der massiv gestiegenen Benzinpreise im Jahr 2022 nicht so drastisch zurückgegangen sei, wie befürchtet, ist Petra Wackermann nicht zufrieden mit dem vergangenen Geschäftsjahr. „Insgesamt kamen weniger Kunden, weil viele noch nicht wieder in den Urlaub fahren“, sagt die Pächterin des Rasthofes in Lutterberg.

Da ein Autohof nicht nur vom Tankgeschäft lebe, habe speziell auch der Gastro-Bereich beispielsweise unter der weiterhin geringeren Zahl an Busreisen im Vergleich zur Situation vor der Pandemie gelitten. Die Senkung der Benzinpreise durch den Tankrabatt des Bundes im Sommer habe keine großen Auswirkungen gehabt.

Kunden tanken weniger und bewusster

„Auf das ganze Jahr gesehen kam nicht weniger Kundschaft, da viele für den Arbeitsweg tanken müssen“, fasst Wackermann zusammen, „aber teilweise wurde weniger getankt“.

Ähnlich sieht es Uwe Jatho, Betreiber der bft-Tankstelle an der Wilhelmshäuser Straße in Neumünden. Er habe bemerkt, dass bewusster getankt werde. „Die Menschen machen seltener Vergnügungsfahrten und tanken an Sonn- und Feiertagen weniger“, schlussfolgert Jatho.

Lieferschwierigkeiten überschaubar

Der Tankrabatt habe zu mehr Umsatz geführt, aber das sei nicht überraschend gewesen. Trotz des Andranges, der während dieser Zeit an manchen Tankstellen zu beobachten war, kam es aber nicht zu größeren Lieferschwierigkeiten.

Manchmal gab es laut Jatho Vormittage, an denen er auf den Lieferanten gewartet hat, da neben dem Tankrabatt auch die Wasserknappheit auf dem Rhein die Lieferungen erschwerte. Dies sei aber nicht viel schlimmer gewesen als in den vergangenen Jahren, wenn der Tanklaster auf der Autobahn im Stau stand.

Hohe Nachfrage nach Heizöl

Anders sieht es beim Heizöl aus. Laut Anita Beck vom Heizölhandel Albert Beck in Kassel, die auch nach Hann. Münden liefern, haben Kunden im vergangenen Jahr trotz der gestiegenen Preise eher mehr getankt, da sie vorsorgen wollten. Angstkäufe habe es besonders im Frühling und Herbst gegeben, zu Beginn des Ukraine-Krieges und als die Gas-Situation im Winter ein großes Thema wurde.

Insgesamt zeigt sich Beck mit dem Geschäftsjahr 2022 zufrieden. „Eigentlich war es wie immer“, urteilt die Inhaberin des Unternehmens. Für 2023 erwarte sie keine Probleme. (fad)

Starke Schwankungen im vergangenen Jahr

Obwohl die Benzinpreise auch 2021 bereits merklich angestiegen waren, kam es 2022 zu starken Schwankungen. Bis März nahmen die Preise laut dem Statistischen Bundesamt normal zu, bis sie mit dem Beginn des Ukraine-Krieges auf bis zu 2,26 Euro anstiegen (Super E5). Mit dem Tankrabatt fielen sie von Juni bis August wieder auf um die 1,76 Euro. Nach dem Ende der Aktion stiegen sie wieder, haben sich zum Ende des Jahres aber etwa auf dem August-Stand eingependelt.

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