Erstmals seit 100 Jahren: Biber bei Hann. Münden entdeckt

Tummelt sich wieder an der Werra bei Hann. Münden: Ein Biber. Eine Frau aus Oberode hat Fraßspuren entdeckt. Archivfoto: 

Hann. Münden. Erstmals seit mindestens 100 Jahren gibt es wieder Biber im Landkreis Göttingen. Durch eine Bürgerin aus Oberode ist der Landkreis Göttingen auf typische Biber-Fraßspuren an der Werra aufmerksam geworden.

Eine Überprüfung zwischen Oberode und Laubach ergab zahlreiche Biber-Fraßspuren an der Werra in Oberode bis etwa zwei Kilometern stromabwärts, wie die Landkreisverwaltung mitteilt.

Abgenagt waren ausschließlich Weiden mit einem Durchmesser von drei bis 20 Zentimetern. Möglicherweise stammen sie alle von einem Einzeltier. Der Biber gehört zu den besonders streng geschützten Tierarten - sowohl nach der Bundesartenschutzverordnung als auch nach der FFH-Richtlinie der EU. Schäden durch den Biber an Gewässern oder durch Aufstau von Gewässern in unserer Region seien derzeit nicht zu erwarten, heißt es weiter.

Aktualisiert um 15.20 Uhr.

Aus welchem anderen Vorkommen der Biber in unsere Region gekommen ist, ist bisher unbekannt. Das nächste Vorkommen ist aus dem Raum Kassel seit etwa einem Jahr bekannt, allerdings beträgt die Fluss-Entfernung von Kassel bis Oberode über 50 Kilometer. In Niedersachsen gibt es bisher nur Vorkommen in der Region Hannover (Leine), Gifhorn (Ohre) sowie dem Wendland (Elbe). An der Werra in Thüringen gibt es seit einigen Jahren ein Vorkommen im Raum Creuzburg (85 Fluss-Kilometer bis Oberode).

Ob es auch Biber-Fraßspuren im Landkreis Göttingen an der Fulda oder auch Werra unterhalb von Laubach gibt, ist bisher nicht bekannt.

Dr. Jürgen Endres vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) freut sich sehr über den Biber-Nachweis. „Es ist grundsätzlich positiv, dass sich hier einst ausgestorbene Tierarten wieder ansiedeln“, sagt er gegenüber der HNA. Er vermutet, dass der Biber über die Fulda gekommen ist. (ems)

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