Lebendige Mündener Innenstadt

Bilanz nach Aktionstag: Denkmale voller Leben in der Innenstadt

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Zum türkischen Büffet das passende Getränk: Die türkischen Frauen hatten ein Angebot zum Probieren in der Rathaushalle. 

Hann. Münden. Gut besucht und viel Leben in den geöffneten Denkmalen: Das ist die Bilanz nach dem Tag des offenen Denkmals vergangenen Sonntag.

Da keine „Eintrittskarten“ verkauft wurden, kann man die Besucherzahlen immer nur schätzen, doch gingen beispielsweise 2400 Essensmarken am Sonntag in der Rathaushalle über den Tresen, berichtet Hartmut Teichmann, der mit der Bürgerinitiative ein.münden und vielen anderen Freiwilligen das kulinarische Begegnungsfest dort organisiert hatte. Da kaum jemand nur eine einzelne Marke kaufte, lässt das auf um die 600 Gäste schließen, die die internationalen Gerichte kosteten. Aber möglicherweise war nicht jeder Denkmalinteressierte im Rathaus, sodass es insgesamt auch noch mehr Besucher gewesen sein können.

Das Rathaus – sowohl ein prächtiges Gebäude als auch Sitz der Macht und damit zweifach prädestiniert, unter dem vorgegebenen Motto des Tages „Macht und Pracht“ in den Blickpunkt gerückt zu werden – diente einst auch als Markthalle. Damit war es ein Ort des Handels und der Begegnung zwischen Fremden und Einheimischen. An diese Tradition knüpfte ein.münden an – und lenkte zugleich den Blick in die Zukunft: Denn mit der Sanierung des Rathauses könnte die untere Halle diese alte Funktion wieder neu entwickeln, heißt es auch im Faltblatt zum Denkmaltag, das die Stadt aufgelegt hatte.

Er habe ausschließlich positive Rückmeldungen bekommen, berichtet Teichmann. Tischeweise Köstlichkeiten, das größte Büffet war bestückt von den türkischen Frauen, brachten Alteingesessene und Neu-Mündener zusammen. Wieviele Stunden da vorher in den Küchen zugebracht wurden, kann man nur ahnen. Christian Möller von der ff-Musikschule im Ochsenkopf war mit Jugendlichen aus Eritrea gekommen: Sie spielten ihre Musik auf der Krar, das ist eine eritreische Leier, und Trommeln – und hatten bald spontane Tänzer animiert. Das Kontrastprogramm am Flügel neben dem Wasserteppich war ganz anderer Art und wies den Besuchern akustisch den Weg zu den geöffneten Denkmalen Rathaus und Blasiuskirche.

Die Gäste konnten selbst Teil des Programms werden im Videoprojekt von Mirela Fenske, Semere Fesehaye, Leander Teichmann und Moritz Thiel: Die Gruppe befragte Gäste über Hann. Münden, stellte diese Video-Kurzinterviews zusammen und zeigte sie in der Blasius-Kirche. Unterstützt wurden sie dabei humorvoll und kameragewandt von dem Göttinger Schauspieler mit indischen Wurzeln Prashant Prabhakar.

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