Neue Infostation vom Forstamt Münden: Ein Bild vom Hutewald

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„Nachhaltigkeit – mach dir ein Bild davon“ heißt es jetzt im Naturpark Münden: Das Forstamt Münden und der Naturpark stellten eine Info-Station mit Bilderrahmen vor. Der Rahmen steht an der Langen Bahn zwischen Hemeln und Ellershausen und lädt dazu ein, einen bewussten Blick auf den Hutewald zu werfen.

Hann. Münden. „Nachhaltigkeit - mach dir ein Bild davon“ so heißt ein Projekt von Forstamt und Naturpark Münden, mit dem sie über den Hutewald informieren.

Unter dem Motto „Nachhaltigkeit - mach dir ein Bild davon“, haben das Forstamt Münden der Niedersächsischen Landesforsten und der Naturpark Münden gestern einen überdimensionalen und stabilen Holz-Bilderrahmen im Wald, an der Langen Bahn, zwischen Hemeln und Ellershausen (vom Parkplatz aus ungefähr 200 Meter geradeaus gehen) eingeweiht.

Zu sehen ist durch den Bilderrahmen ein Teil des 3,6 Hektar großen Hutewaldes. Dort weiden vier genügsame Hochlandrinder, die selten zu sehen sind, die Pflanzen unter den alten Eichen ab. Der Wald soll künftig wieder aussehen wie vor 200 Jahren.

Hutewald wie vor 200 Jahren: Rinder weiden die Pflanzen unter den alten Eichen ab.

Das Forstamt Münden pflegt diese Kulturlandschaft. „Wir wollen den Hutewald mit den seltenen Pflanzen- und Tierarten erhalten und für die zukünftige Generationen sichern, sagt dazu Sibylle Susat, Geschäftsführerin des Naturparks Münden. Uwe Beyer, Revierleiter des Forstbezirks Ellershausen nennt Heidel- und Preiselbeeren, Borstgras und Besenheide, die dort wachsen. „Es wurde auch ein Refugium für Hirschkäfer und Mittelspechte geschaffen“.

Der Bilderrahmen wird durch eine Infotafel ergänzt, welche über den historischen Hintergrund und die damalige Nutzungsform des Waldstücks informiert und darüber, wie der Hutewald heute durch Beweidung erhalten wird. Der Rahmen lädt die Waldbesucher ein, den Wald aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und einen Blick auf die Waldgeschichte zu werfen: Dieses lichte Waldstück mit seinen urigen, bald 300 Jahre alten Eichen wurde bis etwa 1870 als Hutewald genutzt.

Über viele Jahrhunderte diente hier der Bramwald der Bevölkerung als Waldweide: Kühe, Schafe und sogar Gänse weideten im Wald, und im Herbst hüteten Dorfbewohner ihre Schweine. Die Hausschweine fraßen die Eichelmast auf und lieferten gute Schinken. Der Wald war Nahrungsquelle und produzierte Holz zum Bauen und Heizen.

Die früher sehr intensive Waldbeweidung und Übernutzung hatte auch im Bramwald zu Holznot geführt. Ihr begegnete man schon vor 300 Jahren mit dem einfachen aber genialen Prinzip: Nie mehr ernten als nachwächst. Das war die Geburtsstunde der nachhaltigen Forstwirtschaft.

Als größter Waldbesitzer Niedersachsens haben sich die Landesforsten der Nachhaltigkeit verpflichtet und diese Aktion ins Leben gerufen.

Heute versteht man unter Nachhaltigkeit nicht mehr nur, dass für jeden gefällten Baum ein neuer heranwachsen muss. Der Wald wird genutzt, das Ökosystem Wald geschützt und dafür gesorgt, dass sich Menschen im Wald erholen und ihn erleben können. (zpy)

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