Maroder Zustand

Aus für blaue Brücke in Hann. Münden naht: Am 1. Oktober wird sie geschlossen

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Für den Erhalt: Engagierte Mündener setzen sich für die blaue Brücke über die Fulda ein. Dieser Steg wird täglich von zahlreichen Menschen für den Weg zwischen Altmünden und Tanzwerder genutzt. 

Hann. Münden. Am 1. Oktober soll die blaue Brücke über die Fulda geschlossen werden. Das erklärte Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener auf HNA-Anfrage.

Eine statische Prüfung habe ergeben, dass eine weitere Nutzung der maroden Hängebrücke nicht mehr zu verantworten sei. Die Stadt will am Montag, 24. September, ab 19 Uhr im Geschwister-Scholl-Haus vor dem Welfenschloss über den Stand der Dinge berichten. Eine Sanierung der Brücke, so Verwaltungschef Wegener, sei mit etwa zwei Millionen Euro doppelt so teuer wie ein Neubau.

Das Schicksal der in die Jahre gekommenen Hängebrücke aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert ist vielen Menschen nicht egal. Für den Fortbestand der Brücke sammeln Mündener Unterschriften, die sie dem Bürgermeister vorlegen wollen. Über 500 seien es bereits, sagt Katrin Fischer aus Altmünden, die sich für den Erhalt der Brücke einsetzt.

Bürgermeister Wegener hatte bereits im Juli unter anderem erklärt, eine Prüfung der Fußgängerbrücke habe „Erkenntnisse zur Dauerhaftigkeit, Standsicherheit und Verkehrssicherheit hervorgebracht, die aus heutiger Sicht eine Schließung zum Herbst erforderlich macht“.

Aktiv setzt sich auch Bernhard Schäfer aus Altmünden für die Brücke ein. Er nutzt sie regelmäßig, hat an den Bürgermeister und den Rat einen Brief geschrieben, sammelt auch Unterschriften. Die Hängebrücke sei ein „unersetzliches Glied in der Infrastruktur unserer durch Wälder, Flüsse und Brücken geprägten Stadt“, so Schäfer. 

Die Brücke diene seit über 100 Jahren als fußläufige und kürzeste Verbindung zur historischen Altstadt vor allem für Schüler sowie für die Einwohner von Altmünden. Schäfer: „Zusammen mit der historischen Werrabrücke und dem Weserstein ist sie als technisches Meisterwerk ihrer Zeit weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt.“ Während des bevorstehenden Neubaus der Weserbrücke habe die Hängebrücke als kürzeste Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und Altmünden eine besondere Bedeutung.

„Es muss dringend eine Übergangslösung für die Zeit ohne Brücke gefunden werden, da die Bürger und die Touristen diesen Übergang sehr stark nutzen“, sagt Katrin Fischer. Der Umweg über die Pionierbrücke bedeute für ein Schulkind ungefähr 20 Minuten. Circa 80 Prozent der Tillyschanzenbesucher nutzten die Brücke und den kurzen Weg an der Veckerhäger Straße. Die Jugendherberge schicke auch alle Gäste über die Brücke in die Altstadt.

Helmut Hampe, Schlossermeister und Schweißfachingenieur aus Münden, der mittlerweile in Ulm lebt, ist selbst in die Brückengeschichte involviert. Er sagt: „Ich habe 1979/80 die Brücke instandgesetzt. Ich bin auch jetzt für Instandsetzungsarbeiten der Hängebrücke.“ 

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