Schnell wie ein Torpedo

Blick in ein historisches Büro

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Wie in alten Zeiten: Das Trauzimmer in Marianne Beuermanns Heimatmuseum ist mit einer Schreibmaschine der Marke „Torpedo“ ausgestattet.

Seit 2012 kann man im Heimatmuseum von Marianne Beuermann in Oberscheden standesamtlich heiraten, derzeit nur in der Museumsscheune im Kreise von 20 Personen.

Das gemütliche Trauzimmer des Museums auf dem ehemaligen Getreideboden wurde mit Möbeln und Accessoires aus den 1950er- und 1960er-Jahren ausgestattet. Auch eine alte Schreibmaschine der Marke „Torpedo“ und ein Grammofon dürfen nicht fehlen. Die Torpedo-Werke aus Frankfurt-Rödelheim wurden 1896 von den Brüdern Peter und Heinrich Weil unter der Bezeichnung „Peter Weil & Co.“ gegründet.

Der Vertrieb von Weil- und Torpedo-Fahrrädern, deren Namensgebung vermutlich für ein flottes Vorankommen stand, wurde ab 1906 um die Produktion von Torpedo-Schreibmaschinen ergänzt. Der Betrieb, der auch Buchungsmaschinen, Kleinkrafträder und Motorräder herstellte, beschäftigte bis zu 2200 Mitarbeiter an drei Standorten in Hessen und Bayern. Nach über 60 Jahren wurde die Produktion von Schreibmaschinen im Jahr 1967 schließlich eingestellt.

Neben der Torpedo-Schreibmaschine wird ein Grammofon mit Kurbelantrieb in Marianne Beuermanns Heimatmuseum gezeigt, das von einer Familie aus dem Ort stammt. Grammofone dienen der Aufzeichnung und Wiedergabe von Tönen. Als reine Abspielgeräte gelten sie als mechanische Vorläufer von Plattenspielern.

Stammt aus dem Ort: Das Grammofon im Oberschedener Heimatmuseum verfügt über einen Kurbelantrieb.

Das Grammofon (ursprünglich: Grammophon) wurde 1887 von Emil Berliner (1851 bis 1929) erfunden, er entwickelte auch die Schallplatte. Der Antrieb der Geräte erfolgte anfangs von Hand, später durch Federwerke, die aufgezogen wurden. Ab 1910 begann man, die großen Außentrichter der Grammofone in das Innere der Geräte zu verlegen. Elektrisch angetriebene Grammofone kamen ab den 1920er-Jahren zum Einsatz, Koffergrammofone wurden bis 1950 nachgefragt.

Mariannes Heimatmuseum an der Quantzstraße 41 in Scheden öffnet nur nach Absprache (Eintritt mit Führung: 2,50 Euro pro Person). Kontakt: Marianne Beuermann, Tel. 0 55 46/6 88. Das Hoffest mit Modenschau, das Mitte Juli zum 20-jährigen Bestehen des Museums stattfinden sollte, wird aufgrund der Coronasituation auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

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