Vereinigung aus Polizeibeamten bietet jedes Jahr Trainings an

"Blue Knights" machten Motorradfahrer fit für die Saison

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Auch ein Geschwindigkeitswettbewerb war Teil des Trainings, allerdings ging es dabei darum, so langsam wir möglich zu fahren und dabei die Maschine aufrecht zu halten.

Unter erschwerten Bedingungen fand am vergangenen Wochenende das alljährliche offene Sicherheitstraining für Motorradfahrer auf dem Gelände der Polizeiakademie Hann Münden, an der Gimter Straße, statt.

Hann. MündenPünktlich zum Beginn um neun Uhr morgens fielen dicke Schneeflocken vom Himmel und zwangen die Veranstalter, die „Blue Knights“, dazu, umzudisponieren. Denn einige der geplanten Parcours wären bei Schnee und Regen zu gefährlich geworden.

Die Blue Knights sind eine internationale Motorradvereinigung von Polizeibeamten und Personen in ähnlichen Berufe mit Festnahmerecht. Vor etwa 15 Jahren haben die Mitglieder ein Sicherheitstraining entwickelt, mit dem sie in die Motorradsaison gestartet sind.

Schon im Jahr darauf war das Interesse von Motorradfahrern außerhalb des Clubs so groß, dass die Blue Knights entschieden, ihr Sicherheitstraining für die Allgemeinheit zu öffnen.

„Motorradfahrer müssen zusammenhalten und die Sicherheit aller ist wichtig“, erklärt Rolf Tyra, Pressesprecher des Motorradclubs Blue Knights Germany. Beim Sicherheitstraining müssen die Teilnehmer verschiedene Parcours durchfahren, die alle einen anderen Schwerpunkt haben. Es geht um Gleichgewicht, Geschwindigkeit, Reaktion und die Kontrolle des Fahrzeugs.

„Wir versuchen, Situationen nachzustellen, die uns im Straßenverkehr täglich begegnen können“, erklärt Rolf Tyra.

Plötzliches Bremsen, Fahren in Schrittgeschwindigkeit und langsam in scharfen Kurven und um Hindernisse, die plötzlich auftauchen, gehören dazu.

Außerdem ist eine Erste-Hilfe-Einheit Teil des Sicherheitstrainings. Denn noch vor wenigen Jahren hieß es im Erste-Hilfe-Kurs: Den Helm eines verunglückten Motorradfahrers niemals abnehmen.

Das sei heute völlig überholt, erzählt Tyra. Die beiden Sanitäter Martin Sommerfeld und Christopher Biller erklärten den Teilnehmern: „Es gibt zwei verschiedene Szenarien, die man am Unfallort vorfinden kann. Der Motorradfahrer ist entweder bei Bewusstsein oder bewusstlos“, sagt Christopher Biller. Danach entscheide sich das weitere Vorgehen, erklärte der Sanitäter. Ist ein Motorradfahrer bei Bewusstsein, kann er selbst entscheiden, ob er den Helm abnehmen oder auflassen möchte, der Ersthelfer muss diesem Wunsch nachkommen. Ist der verunfallte Motorradfahrer aber bewusstlos, so muss der Helm in jedem Fall vorsichtig abgenommen werden, um die Atmung zu kontrollieren und entweder die Stabile Seitenlage auszuführen oder aber mit der Reanimation zu beginnen.

Beide Fälle wurden von den Teilnehmern am Wochenende geübt: die Abnahme des Helms mit und ohne Unterstützung sowie die Wiederbelebung an einer Reanimations-Puppe.

Jeder Teilnehmer muss für das Sicherheitstraining 40 Euro Startgeld zahlen, darin enthalten sind Speisen und Getränke, der Reinerlös der Veranstaltung kommt gemeinnützigen Organisationen zu Gute. Von den angemeldeten 60 Teilnehmern, schafften es aufgrund des unerwarteten Schnees am Samstag allerdings nur 27 bis nach Hann. Münden, der Rest, überwiegend aus dem Harz, musste absagen. Das Training ist bei Motorradfahrern immer sehr beliebt, bereits wenige Tage nach Anmeldebeginn sind jedes Jahr alle Plätze vergeben.

„Es handelt sich um die größte Veranstaltung dieser Art im Süden von Niedersachsen“, erzählt Rolf Tyra.

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