Blühende Fachwerkstadt: Lob für Hann. Münden bei Triennale

Vorbildlich saniertes Fachwerk: Das Hotel Eisenbart der Familie Stemmer an der Ecke Lange Straße/Speckstraße in der Mündener Altstadt gilt als Beispiel vorbildlicher Sanierung. Beim Fachwerkpreis 2015 der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte hat es im Mai den dritten Preis erhalten. Archivfoto: Maaß

Hann. Münden. „Hann. Münden ist eine blühende Fachwerkstadt." Dieses dicke Lob sprach der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Historischer Fachwerkstädte, Prof. Manfred Gerner, zum Abschluss der Fachwerk Triennale 15 aus.

Bei der Triennale im Café Aegidius ging es vor allem um Genossensschaftsmodelle in Hann. Münden und Felsberg zur Rettung von wertvoller Bausubstanz und dem Erhalt und der Weiterentwicklung von Stadtbildern.

Vorbildliche Sanierung: In Hann. Münden stehen unter anderem drei Beispiele dafür: Die Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt, die das Haus Speckstraße 7 saniert hat, die Sanierung des Hotels Eisenbart, bei der fünf Fachwerkhäuser zusammengefasst wurden und das Haus Lange Straße 92. Dieses Fachwerkhaus, so Gerner, sei nach einem verheerenden Brand ein gelungener Beitrag zur modernen Lückenbebauung als „Lösung der Zeit“.

Engagement für die Erhaltung von Fachwerk: Unser Bild zeigt (von links) Bernd Demandt, Sabine Momm und Prof. Manfred Gerner. Fotos: Niesen

Bundesweite Probleme: Auch wenn Hann. Münden ein Beispiel für Bürgersinn und Privatinitiative vieler Menschen zur Erhaltung wertvoller Fachwerksubstanz ist, gibt es bundesweit Probleme: Sorgen bereiten Prof. Gerner, dass zahlreiche Fachwerkhäuser überschuldet seien. Auf ihnen lägen hohe Grundschulden, die den Wert der Häuser überstiegen. Im Erbfalle schlügen Kinder das Erbe aus und die Häuser fielen an das Land.

Doch was dann? Quasi herrenlos, drohe der Abriss der dann schuldenfreien Häuser. Um diese Häuser zu retten, sagte Gerner, könnten sie über Genossenschaftsmodelle oder Stiftungen gerettet werden.

Die Mündener Bürgergenossenschaft: Berndt Demandt und Sabine Momm, Vorstände der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt, verwiesen darauf, dass die Zahl ihrer Genossenschaftsmitglieder inzwischen auf 254 Mitglieder angewachsen ist und dass sich aus der 2007 gestarteten Denkmalinitiative einige Ableger entwickelt haben, die sich allesamt in irgendeiner Form für das Thema engagieren. Und vielleicht erfüllt sich ja auch noch ein Traum: Die Aufnahme des Begriffs Denkmalaktivist in den Duden. Mit dieser Wortschöpfung bezeichnete sich Bernd Demandt eigenen Worten zufolge einmal spontan, als es um sein Engagement für diese Bauform ging - analog zu den Bezeichnungen Friedens- und Umweltaktivist. (zhp)

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