Reserven reichen für zwei Tage

Blut-Engpass in Niedersachsen: Helfer schlagen jetzt Alarm

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Hann. Münden. Wenn die Temperaturen steigen, sinkt die Bereitschaft, Blut zu spenden. Das sorgt für Engpässe in der Versorgung.

„Wir brauchen für Niedersachsen täglich 2300 Blutspenden“, sagt Markus Baulke, Sprecher des DRK-Blutspendedienstes in Springe. „Aber im Sommer beteiligen sich weniger Menschen als sonst an den Terminen.“ Das bestätigt auch Gudrun Surup, Vizepräsidentin des DRK Kreisverbandes Göttingen-Northeim, während eines Blutspendetermins des Ortsvereins Schedetal.

In den ersten warmen Tagen im Mai brachen die Spenden um fünfzehn Prozent ein. Inzwischen gibt es laut Baulke Engpässe bei der Versorgung: „Die Reserven reichen für zwei Tage. Uns fehlen dabei besonders die Blutgruppen null, Rhesusfaktor positiv und negativ“, so Baulke. Eine Menge Spender seien jetzt im Urlaub aber auch gesundheitliche Bedenken spielen eine Rolle bei der Versorgungsknappheit: „Viele haben die Befürchtung, Kreislaufprobleme zu bekommen. Aber diese Sorge ist meist unbegründet“, sagt Markus Baulke. Das bestätigt auch Annika Wichmann, Leiterin eines medizinisches Teams des DRK: „Es ist jedoch wichtig, dass vor dem Termin ausreichend gegessen und getrunken wird.“

Daneben hat das Deutsche Rote Kreuz hat insgesamt einen Spendenrückgang verzeichnet: „2015 kamen in Niedersachsen durchschnittlich 83 Spender zu einem der 6000 Termine, ein Jahr zuvor waren es noch zwei mehr“, so Baulke. Der Abwärtstrend hält an, bis zum Juli diesen Jahres waren es durchschnittlich 82 Menschen, die ihr Blut gaben. Zusammengerechnet zählte das DRK 2015 493.303 Spendenwillige. Erfreulich sei nach Baulke die leichte Erhöhung der Erstpender, diese stieg von acht auf neun Prozent. Der Bedarf ist nach Angaben Baulkes in den vergangenen Jahren zwar zurückgegangen, aber die Anfragen seien spezifischer. So würden viele Kliniken zum Beispiel durch neue Therapieformen individuelle Blutgruppen brauchen.

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