Viel Essen und Trinken

Blutspendeaktion des DRK Hann. Münden in der Werra-Realschule

Alter Hase: Peter Schneider spendet seit rund 30 Jahren Blut. Er liegt in der Werra-Realschule in Hann. Münden auf einer Liege und ihm wird Blut entnommen. Er trägt einen Mund-Nasenschutz.
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Alter Hase: Peter Schneider spendet seit rund 30 Jahren Blut.

Blutspender werden dringend gesucht. Das DRK veranstaltete in der Hann. Mündener Werra-Realschule eine Blutspendeaktion. Für die Spender war ein Hygienekonzept ausgearbeitet.

Hann. Münden – Ausgebremst wegen zu wenig Flüssigkeit. „So wird das nichts mit der Blutspende“, sagt Dr. Franz Wagner, der bei der DRK-Blutspendeaktion des Ortsvereins Hann. Münden in der Werra-Realschule darüber entscheidet, ob Interessenten spenden dürfen oder nicht. Für Erstspender und HNA-Redakteur Jens Döll war damit Schluss, 1,5 Liter sind für einen Erstspender nicht genug, klärt der Mediziner auf. „Sie hätten mindestens zwei Liter trinken müssen, sonst könnte es sein, dass sie zusammenklappen.“

Blutspende in Hann. Münden: Viel Trinken, gerade für Erstspender

Eigentlich logisch, dem Körper wird bei einer Blutspende Volumen entzogen, das muss vorher aufgefüllt werden. Auch Essen ist wichtig, ein Müsliriegel oder eine Banane vor der Spende wird empfohlen. Die Mitglieder des DRK achten auf die Sicherheit ihrer Spender. Durch die Coronakrise hätten sich die Anforderungen etwa verkompliziert.

In der Werra-Realschule werden die Spender erst einmal gefragt, ob sie in den vergangenen zwei Wochen in einem Risikogebiet waren oder Kontakt mit einem Infizierten hatten.

Hygeinekonzept für DRK-Blutspendeaktion in Münden

Mund-Nasenschutz ist Pflicht, ebenso wie Händedesinfektion. Der Kunstraum der Schule wurde zum Empfang umgewandelt. Dort werden die Fragebögen an die Blutspender verteilt. Diese kosten einige Zeit, zahlreiche Fragen müssen beantworten werden. Hat man ansteckende Krankheiten? Nimmt der Spender Medikamente, wenn ja, welche? Hatte man in letzter Zeit ungeschützten Verkehr mit einer Person, mit der man nicht in einer Partnerschaft ist? All diese Infos sind wichtig, um beurteilen zu können, ob eine Person Blut spenden kann oder eben nicht.

HNA-Redakteur füllt den Fragebogen bei der Blutspendeaktion des DRK in Hann. Münden aus.

Aber wie sieht es mit Corona im Blut aus? Als ein Spender diese Frage stellt, klärt eine Mitarbeiterin auf: Corona sitze erst mal lange Zeit im Mund-und-Rachenraum, weshalb für einen Test auch Abstriche aus diesem Bereich genommen werden. Ins Blut könne der Virus zwar auch wandern, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt im Krankheitsverlauf. „Wenn es im Blut angekommen ist, fühlt man sich ohnehin schon so krank, dass man sowieso gar nicht mehr zur Blutspende will und kann“, sagt sie. Über das Blut, das bei der Blutspende abgenommen wird, könne man sich also nicht mit dem Coronavirus infizieren, stellt sie klar.

Ein Arzt überprüft die Spendenfähigkeit

Eine weitere Station, bevor ein Arzt die Spendefähigkeit bescheinigt, wartet im Flur der Schule. Dort wird mit einem kleinen Pieks der Hämoglobinwert des Blutes bestimmt. Beträgt dieser unter 13, darf nicht gespendet werden. Hämoglobin bezeichnet die roten Blutkörperchen, die Sauerstoff transportieren. Zudem wird an der Station noch einmal abgefragt, ob Kontakt zu einem Coronainfizierten bestand und ob der Spendewillige in einem Risikogebiet war. Auch das Fiebermessen mit einem Stirnthermometer darf nicht fehlen.

Mit einem Hämoglobinwert von 15 und einer Temperatur von knapp über 36 Grad war der Redakteur gerüstet. Das sah Dr. Wagner allerdings anders: „Ich entscheide immer im Namen der Sicherheit des Spenders“, sagt er. „Das nächste Mal wissen Sie, worauf Sie achten müssen.“ Nach der Begutachtung durch den Arzt geht es für den Spender zur eigentlichen Spende. Dort sitzt Peter Schneider, der bereits seit 30 Jahren Blut spendet. „Es ist meine 120. Spende“, erzählt er stolz. Auf die Frage, warum er das mache, sagt Schneider: „Wenn ich es einmal brauchen sollte, wäre ich ja auch froh, wenn genug Leute spenden. Also tue ich das für andere Menschen auch. Es ist ein Geben und Nehmen.“

„Sonst läuft das Blut so langsam raus und es dauert zu lang.“

Als Tipp gibt er unserem Redakteur mit auf den Weg, dass er beim nächsten Mal genug Essen und trinken solle. „Sonst läuft das Blut so langsam raus und es dauert zu lang.“ Die Spendenaktion sei ein voller Erfolg gewesen, berichtet Michael Vollack , Schatzmeister des DRK-Ortsvereins Hann. Münden. Insgesamt seien 80 Spender in die Werra-Realschule gekommen. (Von Sarah Schnieder und Jens Döll)

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