Kunstausstellung mit Liveübertragung aus Toronto und Sydney

Bonaforther Künstler machen fünf Metropolen hörbar

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Der letzte Schliff: Elke Utermöhlen und Martin Slawig beobachteten in ihrem Haus in Bonaforth die Frequenzen der Geräusche, welche die Computer an den fünf Orten aufzeichneten. 

Bonaforth. Dass der kleine Mündener Ortsteil Bonaforth mal in einem Atemzug mit internationalen Großstädten wie Sydney und Toronto genannt wird, hätte sich wahrscheinlich keiner der etwa 600 Einwohner je träumen lassen.

Keiner, bis auf Elke Utermöhlen und Martin Slawig. Denn die beiden Künstler, die in Bonaforth leben und arbeiten, schrieben die ungewöhnliche Reihung auf das Plakat für ihre neue Installation „I Hear the Distant Tossing of Trees Across the Park“, das sie demnächst in Braunschweig ausstellen.

Vernetzte Räume

Das Projekt beschäftigt sich mit vernetzten Räumen, wie sie in der heutigen Zeit im Internet gang und gäbe sind. In der Regel schenkt ihnen aber niemand große Beachtung.

Anders Utermöhlen und Slawig, die zu zweit das Künstlerkollektiv „blackhole factory“ bilden. Seit einigen Jahren geben sie gemeinsam mit anderen Künstlern mittels Videochat Online-Konzerte, ohne sich mit diesen im selben Raum zu befinden. „Wir fragten uns, in welchem Raum die Musik eigentlich entsteht, die wir ja alle hören können“, erzählt Utermöhlen.

Um dieser Frage nachzugehen, vernetzten Utermöhlen und Slawig fünf Orte miteinander. In Toronto (Kanada), Londrina (Brasilien), Lwiw (Ukraine), Sydney (Australien) und eben auch in Bonaforth, zeichnet ein Computer die Geräuschkulisse auf. Ausgewählt wurden genau diese Standorte aus zwei Gründen.

Zum einen, weil Utermöhlen und Slawig dort Künstler kennen, welche die Agenten auf ihren Grundstücken aufgestellt und die Aufzeichnungen überwacht haben. Zum anderen sind die Orte sehr verschieden, liegen in verschiedenen Tages- und Klimazonen. „Wenn es in Bonaforth 15 Uhr ist, ist es in Londrina tiefste Nacht“, erläutert Slawig. Das mache einen Vergleich so interessant.

Die auf diese Weise gewonnenen Daten gestalten in der Installation einen abstrakten und vernetzten Raum. Zwei Jahre lang haben Utermöhlen und Slawig daran gearbeitet. Nun präsentieren sie ihr Werk in Braunschweig im Januar zum ersten Mal der Öffentlichkeit. Die Vernetzung der Orte wollen die beiden dabei durch Klänge und Licht hör- und sichtbar machen. Dafür stehen fünf Lautsprecher, einer für jeden Ort, im Halbkreis. So hören die Besucher die Frequenztöne, während diese als Lichtimpulse auf LED-Streifen aufleuchten. Die Daten werden dabei in Echtzeit übertragen. „Wir zeigen das, was in dem Moment an den Orten geschieht“, sagt Slawig.

Die Ausstellung

Elke Utermöhlen und Martin Slawig zeigen ihr Projekt „I Hear the Distant Tossing of Trees Across the Park“ in ihrem Studio in Braunschweig
(Kunstmühle, Hannoversche Straße 69). Eröffnet wird die Ausstellung am 12. Januar 2018 um 20 Uhr.

Zu sehen ist sie dann am 13. und 14. Januar sowie vom 16. bis 18. Januar jeweils von 17 bis 22 Uhr. Der Eintritt kostest 2 bis 5 Euro.

Weitere Informationen unter:
www.blackhole-factory.com

Wie man die Kunstinstallation genau erfährt und was der Ursprung des ungewöhnlichen Titels der Ausstellung ist, das lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe, 11. Januar 2018, der HNA-Mündener Allgemeinen.

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