Räume der Feuerwehr  wegen Schimmelbefall geschlossen

Bonaforths Ortsbrandmeisterin sieht sich von Stadt im Stich gelassen

Teilweise unbenutzbar: Nur die Garage kann die Feuerwehr von ihren Räumen im geschlossenen Dorfgemeinschaftshaus noch nutzen. Foto: Feuerwehr

Bonaforth. Andrea Franz (34), Ortsbrandmeisterin von Bonaforth, schlägt Alarm. Die Arbeitsbedingungen für die Bonaforther Feuerwehr seien untragbar geworden.

Das sei seit der Schließung des Dorfgemeinschaftshauses so.

Die Wehr, die dort ihre Räume hat, kann derzeit nur die Garage für ihren Einsatzwagen nutzen. Die übrigen Räume sind wegen Schimmelbefalls geschlossen. Der Schulungsraum fällt dadurch weg, aber noch gewichtiger sei, so Franz, dass „wir unsere Einsatzkleidung seitdem zuhause aufbewahren müssen, was eigentlich nur als kurze Notlösung gedacht war. Dies ist so nicht länger tragbar.“ Im Einsatzfall könne das wichtige Zeit kosten.

Werde sie unterwegs alarmiert, müsse derzeit erst nach Hause fahren, um sich umzuziehen und könne sich erst dann auf den Weg zum Gerätehaus machen. „Hinterher muss ich mit dieser ,kontaminierten‘ Einsatzbekleidung auch wieder zu mir nach Hause.“

Andrea Franz

Als Beispiel nennt sie den jüngsten Einsatz bei der Firma Haendler & Natermann im April. Die Feuerwehrleute seien nass geworden, und die Kleidung habe „gestunken“. „Einige Kameraden haben dann vor ihrer Haustür angefangen sich auszuziehen, weil sie mit dieser Kleidung nicht in ihre Wohnung wollten. Was, denke ich, jeder verstehen kann.“ Die Verwaltung halte dies für in Ordnung. „Ich hatte die Stadt auch gebeten, uns Container zur Verfügung zu stellen, darauf habe ich aber keine wirkliche Antwort bekommen.“

Die Kinderfeuerwehr leide ebenfalls darunter, dass die Räume geschlossen sind. Sie versuche, soweit es das Wetter zulässt, den Dienst draußen zu leisten. Bei schlechtem Wetter bemühen sie sich um Räume des Sportvereins.

„Fakt ist, dass man so auf Dauer die Feuerwehr Bonaforth kaputt macht. Die Stadt sollte sich überlegen, ob man sich dies in der heutigen Situation, in der sich immer weniger Menschen ehrenamtlich betätigen, leisten kann“, sagt Franz.

Zudem weist sie auf die besondere Lage von Bonaforth hin. Der Ort sei immer öfter von der Stadt abgeschnitten, sei es wegen eines Hochwassers, eines Hangrutsches, weil die Bahnschranke defekt ist oder weil nach einer Vollsperrung auf der Autobahn die Bundesstraße 496 dicht ist. „Wer würde dann nach Bonaforth kommen, wenn es hier keine Feuerwehr mehr geben würde?“, fagt Franz.

Am Samstag, 20. Juni, wollen die Bonaforther für ihr Dorgmeinschaftshaus in der Mündener Innenstadt demonstrieren. Beginn ist um 10 Uhr am Eingang des Rathauses. 

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.