Zahlen für die Region

Boom auf dem Immobilienmarkt: Das Eigenheim ins Südniedersachsen wird teurer

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Blick auf Landwehrhagen: Auch in dem Staufenberger Ortsteil sind die Preise seit 2016 angezogen.

Landkreis Göttingen. Das Eigenheim bleibt in Südniedersachsen eine lohnende Kapitalanlage. Fast überall in Südniedersachsen steigt weiterhin der Wert der Ein- und Zweifamilienhäuser – besonders im Altkreis Münden.

Das geht aus dem aktuellen Marktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte hervor, der seine Zahlen für die Landkreise Göttingen und Northeim vorlegte.

So nahmen die Immobilien-Experten erneut exemplarisch ein Einfamilienhaus mit 160 Quadratmetern Wohnfläche und einer Grundstücksfläche von 800 Quadratmetern aus dem Jahr 1970. Mit jetzt 200 000 Euro kostet das Beispielhaus in Landwehrhagen 25 Prozent mehr als im Jahr 2016. Für 165.000 Euro (plus 22,2 Prozent) ist das Haus in Hemeln zu haben. Hier die weiteren Werte: Göttingen 465.000 Euro (plus 10,7 Prozent), Northeim 190.000 Euro (plus 2,7 Prozent) und Uslar 145.000 Euro (plus 5,7 Prozent). Ganz am Ende der Skala liegt Wieda im Harz. Dort ist das betrachtete Einfamilienhaus für ganze 75.000 Euro (minus 6,25 Prozent) zu haben.

Das Problem: „In den nachgefragten Bereichen gibt es nicht genügend Angebot“, macht Diplom-Ingenieur Ingo Gerloff, Vorsitzender des Gutachterausschusses, deutlich. Die Folge ist, dass insbesondere in Göttingen die Verkäufer die Preise für die Immobilien diktieren können. Göttingen zählt damit neben Hannover sowie Braunschweig und Osnabrück weiterhin zu den teuersten Städten. Der Preisaufschwung in der Uni-Stadt hält übrigens schon seit 2010 an. In den anderen Bereichen setzte der Aufschwung erst deutlich später ein. Gleichzeitig ist im neuen Landkreis Göttingen im Landesvergleich ein besonders niedriges Preisniveau zu finden.

Für den aktuellen Grundstücksmarktbericht für die Landkreise Göttingen und Northeim wurden mehr als 4500 Kaufverträge aus dem vergangenen Jahr ausgewertet.

Die Notare aus Südniedersachsen müssen Vertragsabschlüsse an den Gutachterausschuss, der unter anderem Standorte in Göttingen und Northeim hat, melden.

Experte Gerloff geht davon aus, dass die Preissteigerung erst abflachen wird, wenn das allgemeine Zinsniveau ansteigt.

Preise für Bauland in guten Lagen steigen

Bauherren, die ein Grundstück kaufen wollen, müssen in Südniedersachsen insbesondere in der Universitätsstadt Göttingen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das geht aus dem aktuellen Grundstücksmarktbericht 2018 hervor.

Hier die aktuellen Quadratmeterpreise für Bauland in guter Lage:

  • Stadt Göttingen: 400 Euro (plus 5,3 Prozent im Vergleich zu 2016);
  • Stadt Northeim: 170 Euro (unverändert);
  • Stadt Hann. Münden: 94 Euro (unverändert);
  • Landwehrhagen: 75 Euro (plus 4,2 Prozent);
  • Stadt Uslar: 67 Euro (unverändert).

Weiterhin deutlich im Aufwind ist der Preis für Ackerland in Südniedersachsen. Wurden im Landkreis Göttingen 2016 noch 1,70 Euro pro Quadratmeter ermittelt, so stieg dieser Wert im vergangenen Jahr auf 1,83 Euro. Ähnlich sieht es im Landkreis Northeim aus: Dort stieg der Quadratmeter-Preis im Vergleich zu 2016 von 2,00 Euro auf 2,08 Euro.

Auch Eigentumswohnungen wurden von den Experten untersucht: Die Quadratmeterpreise für Wohnungen, die nach 1985 gebaut wurden, sind im Vergleich eher gestiegen.

Außerdem betrachteten die Experten den Geldumsatz bei den Immobiliengeschäften: Er stieg in der Stadt Göttingen um drei Prozent auf 636 Millionen Euro.

Im Göttinger Kreisgebiet sank der Umsatz um vier Prozent auf 185 Millionen Euro. Im Landkreis Northeim ging der Umsatz um neun Prozent auf insgesamt 150 Millionen Euro zurück.

Der Grundstücksmarktbericht ist zum Preis von 90 Euro in den Katasterämtern Göttingen und Northeim erhältlich. (bsc)

Kontakt: Gutachterausschuss für Grundstückswerte, Danziger Straße 40, 37083 Göttingen, Tel. 0551/5074-301 oder Bahnhofstraße 15, 37154 Northeim, Tel. 05551/965-259. www.gag.niedersachsen.de

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