Waldschäden

Borkenkäfer schädigen Fichten im Mündener Stadtwald

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Der Angriff der Borkenkäfer: Annika Meier, Försterin im Mündener Stadtwald, zeigt, wie sich die Borkenkäfer in die Bäume einfressen und dort Brutstätten anlegen.

Hann. Münden. Im Mündener Stadtwald wird mit 14 000 Festmetern Holz gerechnet, das vom Borkenkäfer befallen ist.

Der Sturm Friederike am 18. Januar hat den heimischen Wald durcheinander gewirbelt. Dazu kommt jetzt eine Borkenkäferplage. Die Leiterin des Mündener Stadtwaldes, Susanne Gohde, bezieht in ihrem Halbjahresbericht Stellung zu diesen Herausforderungen für die Forstwirtschaft.

Sturm und anhaltende Trockenheit haben die Borkenkäferpopulation regelrecht explodieren lassen. Die beiden Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher setzen der Fichte massiv zu.

Durch Friederike sind bis Ende Juni allein im Stadtwald Münden mehr als 81 000 Festmeter Sturmholz aufgearbeitet worden. Und die Arbeiten sind nicht beendet. Die Windwurfmenge beträgt 92 000 Festmeter. Besonders getroffen hat es die Fichten. 82 Prozent der sturmgeschädigten Bäume sind Fichten, gefolgt von Buchen (10 Prozent) und Lärchen (5 Prozent).

Auch das Forstamt Münden des Landes hat unter Friederike zu leiden. „Über 100 000 Kubikmeter Sturmholz sind angefallen“, sagt der Pressesprecher Michael Rudolph. Die Folgen sind gravierend: Die Holzpreise sind wegen des Überangebots gefallen. Der Preis des Fichtenholzes sei allein im Mündener Stadtwald um 25 bis 30 Prozent eingebrochen, sagt Stadtwaldchefin Susanne Gohde. Durch den Verkauf des Windwurfholzes ergibt sich ein großer Überschuss von etwa 3,5 Millionen Euro, 1,5 Millionen davon werden wieder im Wald investiert.

Wie viele Bäume noch wegen des Borkenkäferbefalls gefällt werden müssen, ist nicht abzusehen. Allein im Stadtwald wird zum Sturmholz mit 14 000 Festmetern Käferholz gerechnet. Und die Prognosen klingen düster. Die Invasion der Käfer wird zu weiteren Verlusten bei der Fichte führen. Die extreme Vermehrung des Borkenkäfers tritt in ganz Deutschland auf und führt zu weiteren Preissenkungen für die Baumart um weitere 15 Prozent, so Stadtwaldleiterin Gohde.

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