„Mit dem Rücken zur Wand“

Brandbrief der Hann. Mündener Gastronomen und Hoteliers

Luftbild der Innenstadt von Hann. Münden
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Die Fachwerkstadt Hann. Münden lebt vom Tourismus.

Mit einem Brandbrief haben sich die Gastronomen und Hoteliers des Dehoga-Kreisverbandes Hann. Münden an den Bürgermeister der Stadt Hann. Münden, Harald Wegener, und die Mitglieder des Stadtrats gewandt.

Das teilte Guido Einecke, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes, mit. Der Brief sei das Ergebnis einer Videokonferenz Anfang der Woche, in der es auch um die schwierige Lage der Hotels und Gasthäuser in der Region ging. „Vielen Betrieben steht das Wasser bis zum Hals, die Unternehmer haben ihre Rücklagen aufgebraucht und stehen mit dem Rücken zur Wand“, heißt es in dem Schreiben, das von Renate Mitulla, Geschäftsführerin des Dehoga Landesverbandes Niedersachsen unterzeichnet ist. Darin weist sie darauf hin, dass bis Mitte der Woche immer noch nicht alle Zahlungen der Novemberhilfe des Bundes ausgeschüttet worden waren, sodass rund 40 Prozent der Betriebe „noch nicht einmal eine Abschlagszahlung erhalten haben“.

Mit dem Brief wollen die Betriebe zugleich darauf aufmerksam machen, dass eine finanzielle Belastung zur Förderung des Tourismus aktuell für sie nicht verkraftbar sei. In Hann. Münden stellt sich derzeit die Frage, wie die Tourismusförderung finanziert werden kann, nachdem der Rat im Dezember die Erhebung eines Tourismusbeitrages abgelehnt hat. Nun soll ein neues Konzept erstellt werden.

„Selbstverständlich wissen wir, dass auch die Stadt die Mindereinnahmen verkraften muss und für die touristische Bewerbung Geld benötigt wird“, heißt es in dem Schreiben. „Allerdings sollte zunächst erst einmal abgewartet werden, wann touristische Reisen überhaupt wieder möglich sind und wie viele Betriebe den Lockdown überlebt haben.“

Mit dem Schreiben bitten die Unternehmen um Verständnis, „dass wir zurzeit keine Perspektive haben, die es uns ermöglicht, weitere finanzielle Belastungen zu verkraften, bevor die Branche nicht auf sicheren Füßen steht. Schließlich sind wir es, die von der Pandemie am stärksten betroffen sind.“ Foto: Ekkehard Maass

Offene Frage: Tourismus-Förderung in Hann. Münden

Der Mündener Rat hat im Dezember vergangenen Jahres die Satzung über die Erhebung eines Tourismusbeitrages für Hann. Münden abgelehnt. Elf Ratsmitglieder stimmten gegen die Satzung, zehn dafür, sieben enthielten sich. Es war die korrigierte Fassung der Satzung, die das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht wegen eines Fehlers für unwirksam erklärt hatte. Jetzt stellt sich die Frage wie etwa die Hann. Münden Marketing GmbH finanziert werden kann.

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