„Alles hat seine Zeit“

Britta Barth ist nicht länger Pächterin des „Tscha-Tscha“

Britta Barth schließt die Tür des Tscha-Tscha ab.
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Zum letzten Mal wird Britta Barth am Sonntag die Tür zum Tscha-Tscha abschließen. Dann beginnt ihr neuer Lebensabschnitt, auf den sie sich sehr freut.

Von Donnerstag bis Samstag herrschte in der Kneipe Tscha-Tscha immer bis weit nach Mitternacht reges Treiben. Jetzt ist die Party vorbei, zumindest für die Pächterin Britta Barth.

Hann. Münden – Da der Pachtvertrag zum Ende des Monats ausläuft, wird Barth am kommenden Sonntag, 31. Januar, zum letzten Mal die Tür abschließen und dann andere Wege gehen.

Die geplante Abschiedsparty mit Freunden und Gästen muss wegen der Corona-Bestimmungen ausfallen, was sie etwas traurig macht. Der Abschied vom Tscha-Tscha hingegen fällt ihr weniger schwer: Der Kontakt zu der großen Tscha-Tscha-Familie, wie sie ihr Team und die vielen Gäste nennt, wird bleiben, so Barth. „Alles hat seine Zeit“, sagt sie. „Ich möchte auch die Jahre im Tscha-Tscha nicht missen. Ich würde es, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, jederzeit wieder machen.“

Nachdem Barth im Tscha-Tscha zehn Monate als Aushilfe gearbeitet hatte, übernahm sie die Kneipe am 1. April 2009 von den Verpächtern Brehme/Wieland. „Diese Entscheidung entstand aus einer Sektlaune heraus, aber ich habe dies all die Jahre nie bereut“, erzählt Britta Barth. Eine Modernisierung oder Veränderung der Räume kam für sie nach der Übernahme nie in Frage. „Tscha-Tscha ist Tscha-Tscha und bleibt Tscha-Tscha“, sagt sie dazu. Das urige Flair wollte sie mit allem Drum und Dran erhalten.

Gäste fühlten sich wohl

Auch bei den Gästen kam das gut an: Sie fühlten sich dort wohl, haben Geburtstage, Jubiläen und sogar Hochzeiten gefeiert. Zwei ihrer vier Söhne fanden in der Kneipe ihre Liebe. Ein Gast hat seiner Angebeteten im Tscha-Tscha vor allen Gästen einen Heiratsantrag gemacht – das Paar ist jetzt seit sechs Jahren verheiratet. Auch Britta Barth hat in der Kneipe ihren Partner kennengelernt, mit dem sie nun mehr Zeit verbringen kann. Genauso wie mit ihren Enkelkindern und ihren sieben Hunden. Die Hundezucht der Gattung Rhodesian-Ridgeback ist ihr großes Hobby.

Gerne denkt die Wirtin an die vielen Motto-Partys zurück: die Blaulichtparty, die Pink-Panther-Party, die Hang-Over-Party und das Mündener Bandwochenende zum Beispiel. Sie hat außerdem die beliebte Kneipennacht in Münden mitangeschoben, an der natürlich auch das Tscha-Tscha teilgenommen hat. Tolle Freundschaften sind dort entstanden. Und wenn Not am Mann war, haben die Gäste geholfen, Bier zu zapfen, Getränkekisten zu schleppen und Gläser zu spülen.

Auf das Team war Verlass

„Auch auf mein Team konnte ich mich immer verlassen“, beteuert Barth. „Ohne die Hilfe und Unterstützung meiner Familie wäre das alles nicht so gut gelaufen“, berichtet sie. „Ich war das Zugpferd, die Jungs, teilweise mit Freundinnen, mein Partner und mein Team haben mitgezogen. Ich weiß, dass ich chaotisch bin, aber die nehmen mich alle so, wie ich bin“. Erfolgreiche Außenveranstaltungen wie das „Beats 4 Hospiz“ auf dem Doktorwerder hat sie gemeinsam mit ihrer Familie, ihren Freunden und ihrem Team gestemmt. Die Veranstaltung findet jährlich zugunsten des Mündener Hospizes statt – der Großteil des Getränkeumsatzes kommt dem Hospiz zugute.

Britta Barth will weiterhin Außenevents in Eigenregie organisieren oder sich an größeren Festen mit dem Verkauf von Getränken, wie zum Beispiel Cocktails und Longdrinks, beteiligen. Dieses Jahr plant sie wieder das „Beats 4 Hospiz“, das Wein- und Inselfest auf dem Doktorwerder und die Teilnahme am Keramikmarkt im Dielengraben in Münden. Was letztendlich tatsächlich stattfinden wird, wird sich zeigen. (Petra Siebert)

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