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Weserbrücke in Hann. Münden vor der Teilsperrung

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Blick auf die Mündener Weserbrücke: Um die Verkehrslast der baufälligen Brücke zu reduzieren, werden in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich zwei der vier Fahrspuren gesperrt. Der Zustand der Brücke, die ersetzt werden soll, wird ständig kontrolliert. ARChiv
Blick auf die Mündener Weserbrücke: Um die Verkehrslast der baufälligen Brücke zu reduzieren, werden in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich zwei der vier Fahrspuren gesperrt. Der Zustand der Brücke, die ersetzt werden soll, wird ständig kontrolliert. © Christian Mühlhausen

Zwei der vier Fahrspuren werden in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich gesperrt, um die Verkehrslast auf der baufälligen Brücke zu reduzieren, damit sie weiter sicher genutzt werden kann.

Hann. Münden – Hann. Münden wird sich in den nächsten Monaten darauf einstellen müssen, dass der Verkehr stockender durch die Stadt fließt. Und bei Sperrungen der Autobahn 7 könnte es demnächst zu noch größeren Staus in der Innenstadt kommen als bisher. Der Grund: Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr geht davon aus, dass die Fahrbahnen der Weserbrücke von vier auf zwei reduziert werden müssen, es bliebe eine pro Richtung.

Das teilte Rüdiger Sump, zuständiger Mitarbeiter der Behörde, mit. Er rechne damit, dass dies in der zweiten Jahreshälfte so umgesetzt werde, um die Verkehrsbelastung der Brücke zu reduzieren. Den Stand der Dinge hat er jüngst auch im Mündener Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt. Das baufällige Bauwerk aus dem Jahr 1961 hätte längst durch einen Neubau ersetzt sein sollen. Mit Messgeräten unter der Brücke wird der Zustand ständig beobachtet. Die Restnutzungszeit, also der Zeitraum, in dem die Brücke in der jetzigen Form noch sicher betrieben werden kann, läuft nach Angaben der Verkehrsbehörde Ende 2022 aus.

Derzeit wird von Statikern überprüft, ob eine Verlängerung der Nutzungsdauer möglich ist. Sump rechnet nicht mit einer Sperrung, sondern eben mit der Spurreduzierung.

Dass noch nicht mit dem Neubau begonnen werden konnte, liegt an einer erfolgreichen Klage des Mündener Bauvereins aus dem Jahr 2018. Im Sommer vergangenen Jahres kam das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht zu dem Ergebnis, dass der Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2018 für den Neubau der Brücke „rechtswidrig und nicht vollziehbar“ sei. Derzeit versucht die Landesverkehrsbehörde, den zurückgewiesenen Planfeststellungsbeschluss „zu heilen“. Es würden Daten erhoben, deren Fehlen das Gericht bemängelt habe, und an den Landkreis Göttingen als Träger des Planfeststellungsverfahrens übermittelt.

Der leitet dann ein Planergänzungsverfahren ein. Denn das Gericht hat nach Angaben des Kreises den Beschluss nicht aufgehoben, sondern nur Mängel festgestellt. Der Planfeststellungsbeschluss werde neu gefasst und dann öffentlich ausgelegt. Auch er könne beklagt werden, so der Kreis in einer Mitteilung. Sollte es keine weiteren Klagen geben und der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig werden, geht Sump davon aus, dass Ende 2023 mit dem Neubau begonnen werden kann. (Ekkehard Maass)

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